(M)eine Gerichtsverhandlung

Inspiriert durch die liebe TETE … und ihre WUT auf irgendwelche Idioten …

die ich bestens nachvollziehen kann …

kam mir folgendes in den SINN …

 

BZW. ist es natürlich komplett SINNfrei …

doch das ist mir ja einerlei …

HUMOR is … wenn man TROTZDEM lacht …

aber auch das hab ich euch ja …

schon sehr oft gesaCHt …

 

Richter:

*Angeklagter … ich war sehr Geduldig …

doch sprechen sie endlich …

SIND SIE SCHULDIG???*

Angeklagter:

*Nun sagen wir´s so …

ich war nicht ganz froh …

denn im Kopf hatten die Deppen …

nur Mengen von STROH …

dann kam es zum Streit …

irgendwann war ich´s leid …

dann hab ich alle ERSCHOSSEN …

und das SEEEHR genossen …*

André C. (gerade eben)

In dem Fall plädiere ich auf FREIspruch/-BIER …

da die Tat im Rahmen der heldenhaften UMWELTAKTION

*RETTE die WELT vor den SCHWACHMATEN* geschah …

Natürlich hat Kollege OTTO da seine ganz eigenen Ansichten …

Es gab im wahren Helden-Leben ein paar Vorkommnisse … die würden euch wahrscheinlich ungläubig schmunzeln lassen … oder verständnislos mit dem Kopf schütteln … je nach persönlichem Empfinden … bzw. Belastbarkeit des HUMORs … aber manches will ich euch einfach auch ersparen …  😎 

Schweigen ist feige

hallo geschockte (blog)-welt …

muss ich mich jetzt auch noch zu wort melden?

nö … eigentlich nicht …

hab ich das bedürfnis mich irgendwie zu äußern … zu all dem wahnsinn?

nö … eigentlich nicht …

habe ich irgendwelche ansichten … die unbedingt geäußert werden müssen … weil sie nicht schon zigfach von anderen in die welt geschickt wurden?

nein … auch der held ist ein mensch … mit gefühlen … trauer … wut … angst … auch der held arbeitet hier mit worten … vielleicht würde er mit anderen worten arbeiten als andere … wenn er das gefühl hätte … dass es sinn machen würde … irgendwas oder irgendwen bewegen könnte … aber nein … solchen größenwahn kann selbst der held nicht spielen … so gern er auch würde …

bevor ich hier noch tausend fragen stelle … die alle mit NEIN … oder dem vergleichsweise flappsigen nö … zu beantworten wären … lasst uns vielleicht doch den ein oder anderen gedanken teilen …

SCHWEIGEN … TAUGT MEINER MEINUNG NACH NICHT ALS ANTWORT …

schweigen ist feige … schweigen ist kein widerspruch … und nicht zu widersprechen wäre falsch … nein es wäre nicht … es ist …

so „ANTWORTE“ ich doch lieber … auch wenn´s nicht das geringste ändern wird … wenigstens wird es dann schwerer … mich falsch zu verstehen … auch wenn ich sicher bin … dass es einigen möglich sein wird … selbst zwischen meinen zeilen etwas zu lesen … was da eindeutig nicht steht …

ohnmächtige wut … ist kein guter berater … sich einen sprengstoffgürtel umzuschnallen oder mit maschinengewehren minutenlang auf wehrlose menschen zu schießen … bis sich nichts mehr rührt … aber ganz sicher auch nicht.

alles radikale ist abzulehnen …denke ich nicht nur in politischen angelegenheiten … auch die seite … die diesem fanatismus den fruchtbaren boden geliefert hat … sprich unsere doch so aufgeklärte westliche welt … mit ihrem ausgeprägten geschäftssinn … ist verabscheuungswürdig … was schreibe ich denn hier von  WÜRDE … absolut unwürdig ist das alles … auf beiden seiten … und leiden … werden niemals die … welche wirklich schuld tragen … das müssten eigentlich alle begriffen haben … leiden … werden … wie eigentlich immer … am meisten die … die am wenigsten dafür können … dass diese situation eskaliert … und das … was wir alle bis jetzt erleiden … ist ganz sicher nur der anfang …

am ende des tages … wird es nicht möglich sein … „sich raus zu halten“ … jeder wird für das kämpfen müssen … was er für „lebenswert“ hält … für sich … und  menschen … die ihm nahe sind … und jeder wird für sich entscheiden müssen … wer ihm „nah“ ist … bzw. „näher“

helden … und jeder der für das kämpft … was er für wichtig/richtig hält … darf/wird sich als held sehen … werden für werte kämpfen müssen … die längst niemand mehr für selbstverständlich halten sollte … und sie werden gezwungen sein … mit allen ihnen zur verfügung stehenden möglichkeiten zu kämpfen … nicht nur mit worten.

ob man … und wer überhaupt … den kampf wirklich wollte … wird man auf beiden seiten nicht fragen … nicht zuletzt weil einige wenige … es so wollen … weil frieden und die bereitschaft miteinander/nebeneinander zu leben … einfach nicht gut für´s geschäft ist …

schluss mit lustig … bzw. … schluss mit ernst was hat der arme kerl denn nur getan? … für mich war´s das … (m)ein blog ist nicht für so´n zeug gemacht … deshalb gibt es bei mir ab sofort wieder musik … heiteres … und eine „gewaltige“ ladung romantik … * MUSE &HELD * … davon wird mehrfach zu schreibsln sein … das gehört zu meinen kernkompetenzen … das darf man/FRAU von einem „verirgendwasten“ helden erwarten … da scheue ich auch nicht davor zurück … gelegentlich mit mehr oder weniger pikanten einzelheiten zu langweilen …

WER NICHT MALEN KANN …

vor ziemlich genau 5 jahren … schrieb ich … ganz sicher im suff … aber in liebevoller erinnerung :

wie ich heut recherchiert habe, … hat Andreas … vor seinem tod … tatsächlich noch ein buch geschrieben. ( der Ochse)

er schreibt im vorwort:

*… viele geschichten fehlen, … die eigentlich viel lustiger , … oder viel trauriger sind .. als die geschriebenen, … aus denen sich meine lebensphilosophie herauskristallisiert hat. … Alle personen sind oder waren wirklich vorhanden.

achten sie nicht auf groß- oder kleinschreibung .. und meckern sie nicht über rechtschreibunng, .. sonst knallts, … viel spaß. *

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falls mein buch je veröffentlich werden sollte … hoffe ich auf dein einverständnis … ähnliche zeilen im vorwort verwenden zu dürfen, Black Brother.

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wenn es dazu kommt … also zu einem buch … von mir … hast du es mit zu verantworten … weil du mir dauernd ein gewisses talent einreden wolltest …

klar … talent habe ich … das talent zeitweise noch mehr gesoffen zu haben … als du … und trotzdem heute noch zu leben … aber so ist das eben … held und so … unsterblich bist du ja auch … aber eben anders …

anders waren wir immer … aber das ist auch gut so …

typisch. … so eine galerie (2000 bis 2004) wird wahrscheinlich nicht gestürmt, … wie ein supermarkt … also … muss man(n) sich beschäftigen.

seit der nachricht deines todes … hab ich mich oft gefragt, ob es sowas wie seelenverwandtschaft wirklich gibt.

irgendwas muss mich schließlich zum zeitpunkt deines todes … zweimal an den ort unserer ersten begegnung  … dein altes atelier die werkstatt … und in die „börse“ wo wir es oft haben krachen lassen … getrieben haben …

der film, den du unbedingt mit mir drehen wolltest, wird wohl nie realisiert werden. … dabei wäre doch die schlußszene sicher ein klassiker geworden …

naja, … kein zweites CASABLANCA, … kein oskar-reifes-cineasten-highlight …

aber unser beider lebensmotto … zum schluss … statt …

schau mir in die augen kleines *

ein düsteres … halb gelalltes …

there´s a time to fuck … and a time to cry …*

aber mir bleibt die erinnerung an einen großartigen menschen …

auch wenn viele glauben, du wärest ein noch größerer künstler gewesen …   

an den ein oder anderen song … den wir zusammen „performt“ haben … kann ich mich noch erinnern … obwohl die lücken … grad in der zeit unserer gemeinsamen exzesse … erschreckend groß sind …

mein „musikding“ sollte ich auch unbedingt durchziehen hast du damals gesagt … meine texte den sterblichen um die ohren hauen … bis sie kotzen … oder sie endlich begreifen … hast du gefordert …

„unfassbar gewaltige gitarren-soli marke BLUTSBRUDER“ … nanntest du mein geklimper … davon konntest du auch nie genug kriegen…

*quäl sie … quäl sie … bis das blut spritzt … bis sich nichts mehr rührt … bis nichts mehr schmerzt …* … hast du gefordert … * PROST ! * 

hättest du dich nicht so früh vom acker gemacht … würde ich heute gern mit dir dieses ding hier durch die verstärker ballern … das passt zu uns …

don´t ya think so,Bro?

deine seele war so schwarz wie meine … viele sind mit uns nicht klar gekommen … wir haben allen ans bein gepisst … die wir nicht mochten … und das war ganz sicher die überwältigende mehrheit …

allen haben wir vor den kopf gestoßen … wenn wir der ansicht waren … sie hätten es verdient … nur gegenseitig … gingen wir immer vorsichtig miteinander um … wissend wie sensibel wir doch sind …

anfangs dachte ich immer … du hättest nur angst … ich würde dir den hintern versohlen … wenn du frech wirst … dass du dich einfach nicht traust … mich einmal so anzupöbeln … wie all die anderen … die dir auf den sack gingen … aber davor hattest du sicher nie wirklich angst … die schmerzen … die du dir stets selbst angetan hast … waren sicher schlimmer … als alles was ich dir hätte zufügen können … ich weiß wovon ich rede … du auch … wir haben beide dauernd versucht uns selbst zu zerstören … du letztendlich ja durchaus erfolgreich …

es muss also andere gründe haben … warum es beim “ DUO INFERNALE “ nie geknallt hat …

vielleicht stimmt ja wirklich … was wir damals im vollrausch … nach unmengen KUBANISCHEM RUM und SCOTCH WHISKY … in meiner kleinen “ villa“ im berg … während eines unsere „philosophischen“- wochenenden … einander gegenseitig feierlich gestanden haben …

* isch liiiebe disch … du wütender … aufgeblasener … PANZERSCHRANK ! *

* und isch lieb disch … mein trauriger … halbverhungerter schwarzer BRUDER*

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diesen artikel hab ich grad gefunden :

Im Zeichen des Steppenwolfs

Am 1. Juni 2009 starb Andreas Junge von seinem Leben vollbracht in der Riemenstraße 28.
Hier, in Wuppertal-Elberfeld.
Andreas Junge war Mensch. Und Künstler.
Zum fünften Todestag eine subjektive Stimmung zu einem intensiven Charakter mit einem außergewöhnlichen Werk.

Intelligent. Schwitzig kühl. In Abgründen versponnen. Ein Wolf im Schatten seiner Seele. Der Himmel verdunkelt sich, wenn man über ihn spricht. Junge.
Der Von der Heydt-Förderpreisträger ist seit fünf Jahren tot. Jeder Mensch stirbt anders und das ist wichtig. Auch wie es geschieht. Der Tod ist schwer zu begreifen. Es gibt viele Wege mit ihm umzugehen oder ihn zu umgehen. Junge hielt den Tod eng umschlungen. In seinem 50. Lebensjahr ließ Andreas ihn los und starb, weil es so sein sollte. Ein Künstlertod.
Die einen sprechen über Andreas Junge, als wäre er nur in einem weit entfernten Land. Die anderen können oder wollen gar nicht über ihn reden. Bestimmte Menschen sterben, während sie leben. Eventuell ist es ihm so geschehen.
Junge hat Schmerz hinterlassen.
Und ein fulminantes künstlerisches Werk.
Der Punk wurde Meisterschüler bei A.R. Penck an der Kunstakademie Düsseldorf. 1991. Ohne Abitur. Sonderbegabt. Im selben Jahr verlieh ihm unsere Stadt den Von der Heydt-Förderpreis. Ihm, „dem Alkoholiker, für den es immer einen Grund gibt, sich zu betrinken“. So liest er sich in seiner Selbstabrechnung: „Der Ochse“. Pöbelnd stand er im Übrigen bei der Preisverleihung am Mikrofon. Andreas Junge.

Apropos Ochse. Auf 60 Seiten, DIN A4, steht alles Existenzielle über „den Ochsen“ und sein Leben. Er musste das aufschreiben, fünf Jahre vorseinem Ende. Diese letzten Jahre fehlen natürlich in seinem Buch. Dieser letzte, dramatische Akt, gewollt wie ungewollt tragisch inszeniert. Der persönliche Verfall.

„Der Ochse“, dieses kleine, solitäre, literarische Werk. Es fehlt nur der letzte Feinschliff und es könnte ein Kultbuch sein, denn es spiegelt den Kern einer ganzen Epoche. Von den 70ern bis in die 00er und von analog zu digital. Zwischen diesen Zeiten tobt dieser psychologisch schräge Übergang von Schwarz-Weiß zu Farbe. So einfach wie in der Fotografie, so einfach wie auf den Fernsehbildschirmen hat sich die Welt verändert, in der Andreas Junge aufgewachsen ist. Auf zur bunten Erkenntnis. Und Junge schneidet sein Leben unprätentiös dazwischen. Er macht sich bewusst.

Der Künstler lässt Platz in seinen klaren Worten, man kann durchschauen, es ist vieles zu sehen. Bilder lassen sich erkennen. Er schreibt, wie er malt, assoziativ, symbolisch. Großartige Bilder intensiver Bedeutung, die es tatsächlich gibt. Er hat sie alle gemalt. All diese Bilder, die zwischen seinem Leben zu kritischen Spiegeln der gesellschaftlichen Zeitgeschichte werden. So viel musste raus. Die Bilder erwischen den Betrachter mit voller Wucht, wenn er sich auf Junge einlassen kann. Entweder oder. Ganz natürlich.

Andreas Junge wird bestimmt von den Szenarien des zweiten Weltkrieges, von diesem Echo der Geschichte, vom kalten Krieg und von der allgemeinen Distanz zwischen den Menschen. Die Beklemmungen der Alten, die schräge Freiheit hinter den Gittern und Grenzen gesellschaftlicher und religiöser Normen, mischen sich unter Laszivität und Punk und suchen eine Liebe, die ihm scheinbar abhanden kam.

1959 geboren. Wie war es wohl damals, der kleine Andreas zu sein. Was hat ihn speziell geprägt? Oder war er aus sich heraus so wie seine künstlerische Arbeit? Sein Werk erzählt massenweise vom Sterben, vom Schmerz, von Ungerechtigkeit und Ungleichgewichten. Voller alter, kryptischer, religiöser, allgegenwärtiger Symbole. Tief in sich war er sehr berührbar. Er war verdammt, sensibel zu sein. Dieses Zuviel in ihm musste raus. Er sprühte und schichtete es auf seine Bilder, schnitt es in Karton. Er gipfelte auch in Zehn-Meter-Gemälden. Was muss sich in ihm angestaut haben, was für ein Druck.
Das Werk von Andreas Junge schmeckt nach Machtlosigkeit einer Welt gegenüber, die er einfing, bannte und in ihrer Perversion vollkommen sichtbar werden lässt, weil er sie entlarvte, weil er das Ungeheuerliche auch in sich erkannt haben musste. Und das Unglück. Und weil er machtlos war.

Andreas Junge hat einen Ausdruck, eine Kraft, die sich in seinem Werk immer noch entfaltet, entwickelt, wie ein richtig guter Wein. Nein, eher wie die Ausmaße einer künstlerischen Radioaktivität mit einer schwankenden Halbwertszeit. Der Ochse schreibt: „Mein Verfallsdatum beziffere ich mit 2040. Es bleibt also noch genug Zeit zu hoffen, dass es mehr wird.“ Der Ochse hat recht. Sein Verfallsdatum ist auch fünf Jahre nach seinem Tod bei weitem nicht erreicht. Andreas Junge lebt weiter. Die Bilder sind da. Und mit ihnen seine Energie. Die Galerie Roy in Zülpich ist seit 2013 im Besitz seines Nachlasses. Sein Werk. Viele Werke, bei denen man schreiend zustimmen möchte: „Ja!! So ist das! Genau so ist das!“. Auch jetzt. Einige Bilder wirken so immens brandaktuell. Zeitlos.

Andreas Junge gehört zu den interessantesten Wuppertaler Künstlern der letzten Jahrzehnte. In bester Gesellschaft bleibt der pöbelnde Punk in der Ahnentafel des bedeutendsten Kulturpreises der Stadt archiviert und für die Zukunft erhalten. Mit etlichen dieser Preisträger war er sowieso bekannt, mit einigen befreundet. Der Bassist Peter Kowald gehörte unbedingt dazu. Kowald war vielen Freunden von Andreas Junge ein inspirierender Mentor und hinterließ mit seinem Tod im Jahre 2002 ein spürbares Vakuum. Etwas sehr Empfindsames zerbrach. Schließlich hing diese ganze Szene zusammen. Wie wichtig war eigentlich der individuelle Erfolg in Abgrenzung voneinander, zum Überleben oder zum Durchdrehen? Erfolg als Künstler ist eine eigene Macht. Eine böse Geliebte, die man verachtet, wenn sie die Liebe nicht erwidert.

Andreas Junge hat genau dieses Leben gehabt. Dieses Künstlerleben. Er hätte auch kein anderes gewollt. Hoffentlich hat er dieses Leben geliebt. Denn es war seines, es war richtig. Dieses Leben hat Spuren hinterlassen.

Alles tief getränkt in schwarzem Humor, ungekünstelt, apokalyptisch, aber auch mit märchenhaften Fragmenten und ganz zarten Momenten. Dieses Märchenhafte sticht bei all den Schatten und Szenarien ganz besonders hervor. Zuckersüße Feenwesen mit Schmetterlingsflügeln – die niedlichste Schnecke aller Zeiten. Ein Bild ganz ohne Bedrohung, ein Bild ohne diese immense Wucht. Die reine Schönheit entsteht und das Feine ist so lebendig, als wäre es ausschließlich da. Was auch in ihm lebte, aber selten nach außen kam.

Mit ihm sind viele Antworten verschwunden, er bleibt zu entdecken. Ein paar Informationen, Bilder und Videodokumente finden sich über Andreas Junge im Internet. Große Anerkennung fand Andreas Junge auch in seiner Zeit als Galerist. Von 2000 bis 2004 stellte er eine Vielzahl befreundeter und überregional bekannter Künstler aus. Verbindend, voller Kontakt, versunken in zerstörerischer Einsamkeit. Drei Tage vor seinem Tod nahm er ein Taxi und entließ sich aus einer Suchtklinik. Ein langjähriger Freund und Bildhauer, der zur selben Zeit wie er dort im Entzug saß, stritt sich mit ihm und wollte ihn von der Fahrt abhalten. Er fuhr. Nach Hause. Das war ihm bestimmt, dort zu sterben.
Der Zeichner und Fotograf Josef Scherrer war in den letzten Jahren sein engster Weggefährte. Wenige Wochen nach dem Tod von Andreas stürzte sich Josef in die Donau und nahm sich das Leben.
Im Skulpturenpark Waldfrieden ist ein Katalog zu Andreas Junge erhältlich. Die 89 Zeichnungen mit einigen Textpassagen aus dem Ochsen sind posthum erschienen.

Info: www.galerieroy.de

Text: Wolfgang Rosenbaum | Fotos + Abbildungen: Archiv Sylvie Hauptvogel

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*wer nicht malen kann … muss schreiben* … das  sagte mal meine kunstlehrerin … weil ich mich wieder mal geweigert hatte … sie mit einem „werk“ von meiner absoluten talentlosigkeit zu überzeugen …

damals schrieb ich allerdings nicht … die von ihr verlangte lobeshymne auf SALVATORE DALI … sondern einen ellenlangen liebesbrief … der ihr wenigstens erklärte … warum ich zwar nie ein einziges bild bei ihr gemalt habe … trotzdem aber sehr gern in der ersten reihe … genau vor ihrem pult gesessen habe …

malen kann ich bis heute nicht … also musste ich dir diese zeilen schreiben … SCHWARZER BRUDER …

weil ich nicht malen kann … absoFUCKINGlut nicht …

und weil ich dich vermisse 

rest in peace … 

Alles Verhandlungssache

… er saß auf der harten massagebank in der großen kabine der sporthalle, starrte immer wieder auf das wenige minuten alte foto einer billigen sofortbildkamera und konnte die welt nicht mehr verstehen. … wieder und wieder sah er zur tür. … doch sie blieb zu. … und er allein. … er stand auf , stellte sich vor den spiegel … und sah einen Boxer, … ohne eine einzige schramme. … absolut ungezeichnet … und doch schwer geschlagen. … ungeschlagen und laut seinem asiatischen trainer, … in der form seines lebens hatte er vor zwei stunden die halle betreten. … niemand hatte den geringsten zweifel, dass er sie als sieger verlassen würde. der gegner war kein schlechter, aber im ersten aufeinandertreffen, konnte jeder der anwesenden schnell den unterschied zwischen einem gut ausgebildeten kämpfer und einem wiederlich agressiven strassenschläger erkennen. … die wilden angriffe des kalkweißen deutschrussen konterte er ohne sichtbare mühe aus, führte schnell nach punkten auf den bewertungszetteln aller kampfrichter und deckte das wiederliche großmaul zu beginn der dritten runde mit einer serie von schlägen der härtesten und wirkungsvollsten art dermaßen ein, dass sein gegner nichtmal umfallen konnte und so der ringrichter sich zwischen sie werfen mußte um den kampf abzubrechen. … es war zu diesem zeitpunkt sein 18ter sieg im 18ten kampf. … der 16te durch K.O.. denn auch siege die durch den ringrichter wegen überlegenheit abgebrochen werden, oder weil sich ein kämpfer nicht mehr verteidigen kann, werden mit K.O. gewertet und stehen dann auch so im kampfrekord.

ÜBERLEGEN … ja das war er oft und grad heute wollte er es wieder allen zeigen. … aus verschiedenen gründen. …

der süßeste dieser gründe saß in der ersten reihe, direkt am ring, und strahlte ihn etwas verunsichert an, als seine musik erklang und er sich in den ring begab.

jeder konnte sehen, dass dies nicht ihre welt war. … nur ihm zuliebe hatte sie seine einladung angenommen.

keine seiner früheren freundinnen und es gab allein an diesem abend einige in der halle die diesen part , meist kurzzeitig gespielt hatten, wollte er bei seinen kämpfen dabei haben. … bei ihr war es anders. er wollte ihr an diesem tag zeigen, dass sein sport nicht das ist, wofür ihn viele halten. … nicht , wenn man ihn so betrieb wie er. … sie sollte alle seiten des kickboxens kennenlernen. … dann würde sie sehen, was ihn daran fasziniert, würde verstehen, was ihn antrieb und natürlich, … sollte sie ihn auch bewundern. … darauf legte der junge kerl großen wert, denn ihre liebe war jung und er nutzte selbstverständlich jede möglichkeit sie zu beeindrucken. … bei diesem zarten,bildhübschen und wildromantisch aus ihren leuchtenden augen schauenden wesen gelang ihm das aber viel mehr durch seine gelassene, humorvolle, und oft sehr gefühlsbetonte art, als durch die sportlichen erfolge, auf die er so stolz war und für die er achtung , bewunderung und respekt erfuhr. … nur nicht von ihr. … ihr LOBO war zärtlich , sanft und einfühlsam. … den harten kerl, sollte er gefälligst bei seinen anderen „FANS“ spielen. …  die musik … klang aus und er strahlte eine eiseskälte aus. konzentriert nahm er blickkontakt mit seinem wiedersacher auf, der durch wilde beleidigungen und ein einem regentanz ähnelnden rumgehüpfe, versuchte seine nervösität zu überspielen. … ICE ICE … BABY. …

… Meine damen und herren, … mit einem kampfgewicht von exakt 101 kg beim gestrigen wiegen … und einer lupenreinen bilanz von … blablabla …der ungeschlagene titelverteidiger im schwergewicht … blablabla …

alles klar, ich weiß wer ich bin, dachte der kampfbereite noch einmal seine süße freundin unter den zuschauern erblickende … und war froh, dass der redseelige ringsprecher endlich zum ende seiner ankündigungsprozedur kam. … was der immer alles für aliasnamen für ihn fand, … er konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen. …

*… meine herren, ich erwarte einen anständigen sauberen kampf. … viel glück für beide.. shake hands.* … sagte der ringrichter … und er sagte eigentlich immer das selbe. … nur der gegner der sagte etwas ziemlich unerwartetes :

* … heute ist dein ganz persönliches WATERLOO,  ex-champion LOBO. … ich werde mir erst deinen titel und dann deine neue kleine schlampe nehmen. deine Mutter war schon besser als deine Schwester, aber die kleine wird mir sicher mehr spaß machen als die beiden Bitches zusammen. … du bist erledigt mann. … das letzte mal hattest du nur glück. … ich werde dir und all den idioten hier zeigen, was du für ein aufgeblasenes arschloch bist. … und am schluß , werde ich mit dir den ringboden aufwischen. … das wird nötig sein, arschloch. … denn du wirst bluten. *

ohne eine erkennbare regung kommt die ruhige antwort : * … schön , dass du fertig bist. … dann kann ich dir ja jetzt den arsch versohlen.*

was dieser weniger wohlerzogene gentleman, der offensichtlich eine blühende phantasie was sexuelle handlungen mit allen wichtigen damen aus dem leben des wesentlich entspannter wirkenden champions von fairness hält wird direkt klar, nachdem die glocke die erste runde eröffnet. … wild um sich prügelnd stürzt er sich auf den fairen sportsmann und versorgt ihn sowohl mit 2 tiefschlägen als auch mit einem kopfstoß , der aber nicht richtig trifft , weil er erahnt und entsprechend pariert wird. … die kurze unterbrechung, die wegen der ermahnung nötig wird , nutzt er um sich vor der total verängstigten zuschauerin aufzubauen, sich in den schrit zu fassen und ihr in knappen sätzen zu erklären , was ihr doch alles bevor steht, wenn der großartige maulheld erst den versager den sie für einen MANN hält ins jenseits befördert hätte. …

* … Lobo, bleib ruhig. … lass dich hier nicht auf eine wilde schlägerei ein. das hast du nicht nötig. … box ihn aus und schick ihn kurz vor schluß schlafen wenn du magst. … aber bleib bei deiner linie. kein SUPER-BRAWL, sondern technisch anspruchsvolles Muay Thai, will ich von dir sehen. … keiner kann dir weh tun. … du bist der champ. … du lässt dich nicht auf sein niveau herab.*  … die stimme des trainers klang auch schon mal überzeugter, denn er wußte, dass  dieses junge mädchen innerhalb kürzester zeit in sein herz gefunden hatte. … in diesen wenigen wochen, hatten andere mädels erst raus, wie seine hose sich am schnellsten öffnen ließ, aber mehr  … wollte er von denen auch nicht. der coach ahnte, dass sein schützling diesmal nicht auf ihn hören würde, doch was jetzt passierte überraschte auch ihn. … so, … hatte er seinen kämpfer in den jahren ihrer zusammenarbeit noch nie gesehen.  … der ringrichter gab den kampf wieder frei … und ein orkan der verwüstung tobte durch den ring. …

eine serie brachial hart geschlagener volltreffer durchbrach die deckung des total überforderten großmauls und deckte ihn unter einer lawine der gewalt zu. … jeder schlag traf sein ziel und nach sekunden hing der grade noch so riesige töne spuckende „sympathieträger“ in den seilen. … von da gibt es bei einem solchen schlagregen kein entkommen und eher der richter richtig begreift, dass dort ein Delinquent seiner eigenen hinrichtung beiwohnt, wird dieser von ca. 30 schlägen getroffen, von der ungefähr jeder zweite allein ausgereicht hätte … um seine karriere zu beenden. … die halle ist still als der halbrusse fast besinnungslos nach vorn stollpert , wo ihn eine letzte krachende rechte trifft, die wie die spätere röntgenaufnahme zeigen soll , für 2 der 7 knochenbrüche verantwortlich zeichnet, die ihm in diesen maximal 120 sekunden zugefügt wurden. … während er dem boden entgegen fällt, ballt sich ein letztes mal die faust, … der körper des wie von sinnen prügelnden titelträgers spannt sich noch einmal an, … sein gesicht wird zur fratze und der letzte … unheilbringende hieb, … wird kurz vor dem einschlag abgefangen. … weil im entscheidenden moment … der verstand siegt. … der letzte gedanke, der sagt:

“ … wenn ich diesen schlag nicht stoppe, … bring ich ihn um.“

…  der zerstörte leib des besiegten schlägt hart auf dem boden auf … und bleibt regungslos liegen. … in voller anspannung steht der mann fast über ihm, dessen gesichtzüge nichts menschliches mehr haben. … nur noch verachtung … und blinde zerstörungswut.

… aus dem augenwinkel sieht er die 2 angreifer die  später als brüder des geschlagenen, …  ATILLA genannten, kämpfers erkannt werden , der ohne erkennbare vitalfunktionen, absolut leblos liegen bleibt. … eigentlich ihren brutalen bruder „rächen“ wollend, … rennen sie blind in die schläge des siegers und fallen schwer getroffen ebenfalls zu boden. … auch hier, bewegt sich nichts mehr. … wortlos verlässt der wieder ruhig und besonnen wirkende ausnahmeathlet den ring. … nur unterbewußt die stimme des ringsprechers wahrnemend, während der ringrichter noch kurz seinen rechten arm , … zum zeichen des sieges hochreißt. … sieger durch K.O. in der ersten runde … blablabla … welch ein schwachsinn, … hier wäre grad fast ein mensch gestorben. … und wirklich bereut, hätte es wahrscheinlich nur der, … der dieses zu verantworten hätte. …

… einsam sitzt er auf der harten massagebank, … als auch der letzte betreuer, sein freund und trainer die kabine verlässt. sie öffnet die tür und stellt sich wortlos vor ihren freund, den sie gestern noch als souveränen streitschlichter bei den harten jungs in seine clique erlebt hatte. … ganz ruhig hatte er unnützes blutvergießen verhindert, lächelte ihr nachdem er die streithähne  auf seine unwiderstehliche art  besänftigt hatte ins gesicht und sagte nur lapidar und achselzuckend : * … alles verhandlungssache.* … nahm sie erst in seine starken arme, dann ihr liebes gesicht in seine hände und küsste sich so sanft und zärtlich, dass sich selbst die umstehenden wunderten, wie eine solche kampfmaschine  … derart sanft und gefühlvoll sein kann.  … jetzt schaute sie ihn unter tränen an und sprach mit zitternder stimme worte , die ihn schlimmer trafen als alle schläge die er je einstecken mußte. …

* … ich liebe dich … und ich weiß, dass du auch mich liebst. … ich weiß, dass du das grad hauptsächlich getan hast, weil du ihn für die demütigung bestrafen wolltest , die ich durch ihn erfahren habe. … aber du hast es übertrieben. … du hast es versaut Cowboy. … als wir uns gestern geliebt haben, … da hab ich deine hände geküsst, … weil sie mir alles gegeben haben, was eine frau sich an liebe und zärtlichkeit nur wünschen kann. … heute hab ich gesehen, wie diese hände fast getötet hätten. … das , will ich nie wieder sehen. … ich will dich … nie wieder sehen.*  … sie gibt dem reaktionsunfähigen boxer ein sofortbild in die noch bandagierten hände und geht wortlos aus dem raum …

wie sagte doch sein lehrmeister und wegbegleiter ? … * … du bist der champ. … niemand kann dir wehtun.* dieser stechende schmerz in seinem inneren sagte etwas anderes.

… er schaut regungslos auf das foto und noch bevor die tränen alles vor seinen augen verschwimmen lassen, … sieht er die häßliche, brutale fratze seiner selbst, über dem längst geschlagenen gegner … und liest die mit lippenstift geschrieben worte :

…. * alles VERHANDLUNGSSACHE ! * …