(Fast) Ohne Worte

Einfach mal nichts mehr sagen … nur den Schmerz „genießen“ … 

Übersetzung :

Sag nichts …

Du und ich
Wir waren füreinander geschaffen
Jeden Tag, immer zusammen
Ich kann es spüren
Wie ich meinen besten Freund verliere
Ich kann es nicht glauben
Das könnte das Ende sein
Es scheint als würdest du loslassen
Und wenn das stimmt…
Nun, ich will es gar nicht wissen

Sag nichts
Ich weiß genau was du sagen willst
Also hör auf es zu erklären
Erzähl es mir nicht, denn es schmerzt
Sag nichts
Ich weiß was du denkst
Ich muss deine Gründe nicht kennen
Erklär es mir nicht, denn es schmerzt

Unsere Erinnerungen
Tja, sie können einladen
Aber einige sind mächtig erschreckend
Wenn wir sterben, du und ich
Mit meinem Gesicht in meinen Händen
Werde ich sitzen und weinen

Sag nichts
Ich weiß genau was du sagen willst
Also hör auf es zu erklären
Erzähl es mir nicht, denn es schmerzt
Sag nichts
Ich weiß was du denkst
Ich muss deine Gründe nicht kennen
Erklär es mir nicht, denn es schmerzt

Alles geht zu Ende
Ich muss aufhören vorzugeben, wer wir zu sein scheinen
Du und ich, ich kann uns sterben sehen… Sterben wir?

Sag nichts
Ich weiß genau was du sagen willst
Also hör auf es zu erklären
Erzähl es mir nicht, denn es schmerzt
Sag nichts
Ich weiß was du denkst
Ich muss deine Gründe nicht kennen
Erklär es mir nicht, denn es schmerzt
Erklär es mir nicht, denn es schmerzt
Ich weiß was du sagen willst
Also hör auf es zu erklären

Sag nichts
Sag nichts
Sag nichts

Oh, ich weiß was du denkst
Und ich muss deine Gründe nicht kennen
Ich kenne dich gut
Ich kenne dich gut
Ich kenne dich wirklich gut

Oh, la la la la la la La la la la la la
Nein, Nein, uh-huh Schweig, Schweig Liebling
Schweig, Schweig Liebling, Schweig, Schweig
Erklär es mir nicht, denn es schmerzt
Schweig, Schweig Liebling, Schweig, Schweig Liebling
Schweig, Schweig sag es mir nicht, denn es schmerzt …

Kampfansage

Als der Held schlief …

André C.  31.07.2009

sie kamen … als sie sicher waren … nicht wirklich kämpfen zu müssen.

sie kamen … als du schutzlos warst … sie haben dich einfach fortgerissen.

zu glauben … wir hätten noch zeit … war mehr als naiv …

sie kamen … weil sie feige sind …

als der held schlief.

kommt zurück … ihr feigen dämonen …

kämpft … und lasst euch überwinden …

kommt zurück … doch kommt ohne illusionen …

ihr werdet … mich nie mehr … schlafend finden.

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Zitat:

*nicht tausend siege machen dich zum helden …

zum helden … wirst du durch die eine niederlage …

die dich dazu bringt ….

nie mehr zu schlafen …*

André C.  (once upon a time)

 

POSITIV …(k)ein Test

zitat: *Sieh’s mal so: Alles, was wir zu verlieren hatten, ist schon weg*  aus Thelma & Louise — 1991


noch ein hinweis in eigener sache … zum letzten beitrag sah der held sich genötigt … noch einige Schlagwörter nachzureichen. (also … am besten noch mal nachsehen)

und noch einer … wie schon erwähnt … ist die beachtung aller SCHLAGWÖRTER unter allen UMSTÄNDEN/EINTRÄGEN dringend zu empfehlen …  😉 

und noch ein ZITAT eines „Insiders“ (wahrscheinlich) nicht NUR … bezugnehmend auf den obigen SONG:

*seit der held keinen RING mehr trägt … ist er wieder ganz der ALTE …*

WER NICHT MALEN KANN …

vor ziemlich genau 5 jahren … schrieb ich … ganz sicher im suff … aber in liebevoller erinnerung :

wie ich heut recherchiert habe, … hat Andreas … vor seinem tod … tatsächlich noch ein buch geschrieben. ( der Ochse)

er schreibt im vorwort:

*… viele geschichten fehlen, … die eigentlich viel lustiger , … oder viel trauriger sind .. als die geschriebenen, … aus denen sich meine lebensphilosophie herauskristallisiert hat. … Alle personen sind oder waren wirklich vorhanden.

achten sie nicht auf groß- oder kleinschreibung .. und meckern sie nicht über rechtschreibunng, .. sonst knallts, … viel spaß. *

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falls mein buch je veröffentlich werden sollte … hoffe ich auf dein einverständnis … ähnliche zeilen im vorwort verwenden zu dürfen, Black Brother.

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wenn es dazu kommt … also zu einem buch … von mir … hast du es mit zu verantworten … weil du mir dauernd ein gewisses talent einreden wolltest …

klar … talent habe ich … das talent zeitweise noch mehr gesoffen zu haben … als du … und trotzdem heute noch zu leben … aber so ist das eben … held und so … unsterblich bist du ja auch … aber eben anders …

anders waren wir immer … aber das ist auch gut so …

typisch. … so eine galerie (2000 bis 2004) wird wahrscheinlich nicht gestürmt, … wie ein supermarkt … also … muss man(n) sich beschäftigen.

seit der nachricht deines todes … hab ich mich oft gefragt, ob es sowas wie seelenverwandtschaft wirklich gibt.

irgendwas muss mich schließlich zum zeitpunkt deines todes … zweimal an den ort unserer ersten begegnung  … dein altes atelier die werkstatt … und in die „börse“ wo wir es oft haben krachen lassen … getrieben haben …

der film, den du unbedingt mit mir drehen wolltest, wird wohl nie realisiert werden. … dabei wäre doch die schlußszene sicher ein klassiker geworden …

naja, … kein zweites CASABLANCA, … kein oskar-reifes-cineasten-highlight …

aber unser beider lebensmotto … zum schluss … statt …

schau mir in die augen kleines *

ein düsteres … halb gelalltes …

there´s a time to fuck … and a time to cry …*

aber mir bleibt die erinnerung an einen großartigen menschen …

auch wenn viele glauben, du wärest ein noch größerer künstler gewesen …   

an den ein oder anderen song … den wir zusammen „performt“ haben … kann ich mich noch erinnern … obwohl die lücken … grad in der zeit unserer gemeinsamen exzesse … erschreckend groß sind …

mein „musikding“ sollte ich auch unbedingt durchziehen hast du damals gesagt … meine texte den sterblichen um die ohren hauen … bis sie kotzen … oder sie endlich begreifen … hast du gefordert …

„unfassbar gewaltige gitarren-soli marke BLUTSBRUDER“ … nanntest du mein geklimper … davon konntest du auch nie genug kriegen…

*quäl sie … quäl sie … bis das blut spritzt … bis sich nichts mehr rührt … bis nichts mehr schmerzt …* … hast du gefordert … * PROST ! * 

hättest du dich nicht so früh vom acker gemacht … würde ich heute gern mit dir dieses ding hier durch die verstärker ballern … das passt zu uns …

don´t ya think so,Bro?

deine seele war so schwarz wie meine … viele sind mit uns nicht klar gekommen … wir haben allen ans bein gepisst … die wir nicht mochten … und das war ganz sicher die überwältigende mehrheit …

allen haben wir vor den kopf gestoßen … wenn wir der ansicht waren … sie hätten es verdient … nur gegenseitig … gingen wir immer vorsichtig miteinander um … wissend wie sensibel wir doch sind …

anfangs dachte ich immer … du hättest nur angst … ich würde dir den hintern versohlen … wenn du frech wirst … dass du dich einfach nicht traust … mich einmal so anzupöbeln … wie all die anderen … die dir auf den sack gingen … aber davor hattest du sicher nie wirklich angst … die schmerzen … die du dir stets selbst angetan hast … waren sicher schlimmer … als alles was ich dir hätte zufügen können … ich weiß wovon ich rede … du auch … wir haben beide dauernd versucht uns selbst zu zerstören … du letztendlich ja durchaus erfolgreich …

es muss also andere gründe haben … warum es beim “ DUO INFERNALE “ nie geknallt hat …

vielleicht stimmt ja wirklich … was wir damals im vollrausch … nach unmengen KUBANISCHEM RUM und SCOTCH WHISKY … in meiner kleinen “ villa“ im berg … während eines unsere „philosophischen“- wochenenden … einander gegenseitig feierlich gestanden haben …

* isch liiiebe disch … du wütender … aufgeblasener … PANZERSCHRANK ! *

* und isch lieb disch … mein trauriger … halbverhungerter schwarzer BRUDER*

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diesen artikel hab ich grad gefunden :

Im Zeichen des Steppenwolfs

Am 1. Juni 2009 starb Andreas Junge von seinem Leben vollbracht in der Riemenstraße 28.
Hier, in Wuppertal-Elberfeld.
Andreas Junge war Mensch. Und Künstler.
Zum fünften Todestag eine subjektive Stimmung zu einem intensiven Charakter mit einem außergewöhnlichen Werk.

Intelligent. Schwitzig kühl. In Abgründen versponnen. Ein Wolf im Schatten seiner Seele. Der Himmel verdunkelt sich, wenn man über ihn spricht. Junge.
Der Von der Heydt-Förderpreisträger ist seit fünf Jahren tot. Jeder Mensch stirbt anders und das ist wichtig. Auch wie es geschieht. Der Tod ist schwer zu begreifen. Es gibt viele Wege mit ihm umzugehen oder ihn zu umgehen. Junge hielt den Tod eng umschlungen. In seinem 50. Lebensjahr ließ Andreas ihn los und starb, weil es so sein sollte. Ein Künstlertod.
Die einen sprechen über Andreas Junge, als wäre er nur in einem weit entfernten Land. Die anderen können oder wollen gar nicht über ihn reden. Bestimmte Menschen sterben, während sie leben. Eventuell ist es ihm so geschehen.
Junge hat Schmerz hinterlassen.
Und ein fulminantes künstlerisches Werk.
Der Punk wurde Meisterschüler bei A.R. Penck an der Kunstakademie Düsseldorf. 1991. Ohne Abitur. Sonderbegabt. Im selben Jahr verlieh ihm unsere Stadt den Von der Heydt-Förderpreis. Ihm, „dem Alkoholiker, für den es immer einen Grund gibt, sich zu betrinken“. So liest er sich in seiner Selbstabrechnung: „Der Ochse“. Pöbelnd stand er im Übrigen bei der Preisverleihung am Mikrofon. Andreas Junge.

Apropos Ochse. Auf 60 Seiten, DIN A4, steht alles Existenzielle über „den Ochsen“ und sein Leben. Er musste das aufschreiben, fünf Jahre vorseinem Ende. Diese letzten Jahre fehlen natürlich in seinem Buch. Dieser letzte, dramatische Akt, gewollt wie ungewollt tragisch inszeniert. Der persönliche Verfall.

„Der Ochse“, dieses kleine, solitäre, literarische Werk. Es fehlt nur der letzte Feinschliff und es könnte ein Kultbuch sein, denn es spiegelt den Kern einer ganzen Epoche. Von den 70ern bis in die 00er und von analog zu digital. Zwischen diesen Zeiten tobt dieser psychologisch schräge Übergang von Schwarz-Weiß zu Farbe. So einfach wie in der Fotografie, so einfach wie auf den Fernsehbildschirmen hat sich die Welt verändert, in der Andreas Junge aufgewachsen ist. Auf zur bunten Erkenntnis. Und Junge schneidet sein Leben unprätentiös dazwischen. Er macht sich bewusst.

Der Künstler lässt Platz in seinen klaren Worten, man kann durchschauen, es ist vieles zu sehen. Bilder lassen sich erkennen. Er schreibt, wie er malt, assoziativ, symbolisch. Großartige Bilder intensiver Bedeutung, die es tatsächlich gibt. Er hat sie alle gemalt. All diese Bilder, die zwischen seinem Leben zu kritischen Spiegeln der gesellschaftlichen Zeitgeschichte werden. So viel musste raus. Die Bilder erwischen den Betrachter mit voller Wucht, wenn er sich auf Junge einlassen kann. Entweder oder. Ganz natürlich.

Andreas Junge wird bestimmt von den Szenarien des zweiten Weltkrieges, von diesem Echo der Geschichte, vom kalten Krieg und von der allgemeinen Distanz zwischen den Menschen. Die Beklemmungen der Alten, die schräge Freiheit hinter den Gittern und Grenzen gesellschaftlicher und religiöser Normen, mischen sich unter Laszivität und Punk und suchen eine Liebe, die ihm scheinbar abhanden kam.

1959 geboren. Wie war es wohl damals, der kleine Andreas zu sein. Was hat ihn speziell geprägt? Oder war er aus sich heraus so wie seine künstlerische Arbeit? Sein Werk erzählt massenweise vom Sterben, vom Schmerz, von Ungerechtigkeit und Ungleichgewichten. Voller alter, kryptischer, religiöser, allgegenwärtiger Symbole. Tief in sich war er sehr berührbar. Er war verdammt, sensibel zu sein. Dieses Zuviel in ihm musste raus. Er sprühte und schichtete es auf seine Bilder, schnitt es in Karton. Er gipfelte auch in Zehn-Meter-Gemälden. Was muss sich in ihm angestaut haben, was für ein Druck.
Das Werk von Andreas Junge schmeckt nach Machtlosigkeit einer Welt gegenüber, die er einfing, bannte und in ihrer Perversion vollkommen sichtbar werden lässt, weil er sie entlarvte, weil er das Ungeheuerliche auch in sich erkannt haben musste. Und das Unglück. Und weil er machtlos war.

Andreas Junge hat einen Ausdruck, eine Kraft, die sich in seinem Werk immer noch entfaltet, entwickelt, wie ein richtig guter Wein. Nein, eher wie die Ausmaße einer künstlerischen Radioaktivität mit einer schwankenden Halbwertszeit. Der Ochse schreibt: „Mein Verfallsdatum beziffere ich mit 2040. Es bleibt also noch genug Zeit zu hoffen, dass es mehr wird.“ Der Ochse hat recht. Sein Verfallsdatum ist auch fünf Jahre nach seinem Tod bei weitem nicht erreicht. Andreas Junge lebt weiter. Die Bilder sind da. Und mit ihnen seine Energie. Die Galerie Roy in Zülpich ist seit 2013 im Besitz seines Nachlasses. Sein Werk. Viele Werke, bei denen man schreiend zustimmen möchte: „Ja!! So ist das! Genau so ist das!“. Auch jetzt. Einige Bilder wirken so immens brandaktuell. Zeitlos.

Andreas Junge gehört zu den interessantesten Wuppertaler Künstlern der letzten Jahrzehnte. In bester Gesellschaft bleibt der pöbelnde Punk in der Ahnentafel des bedeutendsten Kulturpreises der Stadt archiviert und für die Zukunft erhalten. Mit etlichen dieser Preisträger war er sowieso bekannt, mit einigen befreundet. Der Bassist Peter Kowald gehörte unbedingt dazu. Kowald war vielen Freunden von Andreas Junge ein inspirierender Mentor und hinterließ mit seinem Tod im Jahre 2002 ein spürbares Vakuum. Etwas sehr Empfindsames zerbrach. Schließlich hing diese ganze Szene zusammen. Wie wichtig war eigentlich der individuelle Erfolg in Abgrenzung voneinander, zum Überleben oder zum Durchdrehen? Erfolg als Künstler ist eine eigene Macht. Eine böse Geliebte, die man verachtet, wenn sie die Liebe nicht erwidert.

Andreas Junge hat genau dieses Leben gehabt. Dieses Künstlerleben. Er hätte auch kein anderes gewollt. Hoffentlich hat er dieses Leben geliebt. Denn es war seines, es war richtig. Dieses Leben hat Spuren hinterlassen.

Alles tief getränkt in schwarzem Humor, ungekünstelt, apokalyptisch, aber auch mit märchenhaften Fragmenten und ganz zarten Momenten. Dieses Märchenhafte sticht bei all den Schatten und Szenarien ganz besonders hervor. Zuckersüße Feenwesen mit Schmetterlingsflügeln – die niedlichste Schnecke aller Zeiten. Ein Bild ganz ohne Bedrohung, ein Bild ohne diese immense Wucht. Die reine Schönheit entsteht und das Feine ist so lebendig, als wäre es ausschließlich da. Was auch in ihm lebte, aber selten nach außen kam.

Mit ihm sind viele Antworten verschwunden, er bleibt zu entdecken. Ein paar Informationen, Bilder und Videodokumente finden sich über Andreas Junge im Internet. Große Anerkennung fand Andreas Junge auch in seiner Zeit als Galerist. Von 2000 bis 2004 stellte er eine Vielzahl befreundeter und überregional bekannter Künstler aus. Verbindend, voller Kontakt, versunken in zerstörerischer Einsamkeit. Drei Tage vor seinem Tod nahm er ein Taxi und entließ sich aus einer Suchtklinik. Ein langjähriger Freund und Bildhauer, der zur selben Zeit wie er dort im Entzug saß, stritt sich mit ihm und wollte ihn von der Fahrt abhalten. Er fuhr. Nach Hause. Das war ihm bestimmt, dort zu sterben.
Der Zeichner und Fotograf Josef Scherrer war in den letzten Jahren sein engster Weggefährte. Wenige Wochen nach dem Tod von Andreas stürzte sich Josef in die Donau und nahm sich das Leben.
Im Skulpturenpark Waldfrieden ist ein Katalog zu Andreas Junge erhältlich. Die 89 Zeichnungen mit einigen Textpassagen aus dem Ochsen sind posthum erschienen.

Info: www.galerieroy.de

Text: Wolfgang Rosenbaum | Fotos + Abbildungen: Archiv Sylvie Hauptvogel

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*wer nicht malen kann … muss schreiben* … das  sagte mal meine kunstlehrerin … weil ich mich wieder mal geweigert hatte … sie mit einem „werk“ von meiner absoluten talentlosigkeit zu überzeugen …

damals schrieb ich allerdings nicht … die von ihr verlangte lobeshymne auf SALVATORE DALI … sondern einen ellenlangen liebesbrief … der ihr wenigstens erklärte … warum ich zwar nie ein einziges bild bei ihr gemalt habe … trotzdem aber sehr gern in der ersten reihe … genau vor ihrem pult gesessen habe …

malen kann ich bis heute nicht … also musste ich dir diese zeilen schreiben … SCHWARZER BRUDER …

weil ich nicht malen kann … absoFUCKINGlut nicht …

und weil ich dich vermisse 

rest in peace … 

Wir waren noch Kinder II

.. als ich am hinterausgang des geschäfts eintreffe, kommt sie mir auch schon entgegen.

ich öffne ihr die beifahrertür und statt der wahrscheinlich erwarteten küßchen links,küßchen rechts prozedur … kommt es zu einer kurzen, aber liebevollen umarmung.

* darf ich mir was wünschen?* … fragt sie mit absichtlich übertriebenem wimperklimmper …

* alles!* … gebe ich noch theatralischer zurück .

* fährst du mit mir zum bahndamm?*

* gern.* … sage ich … und starte den wagen …

minuten später sind wir da und ich muß feststellen, dass die felder durch die wir in unserer jugend spazierten, weitestgehend ziemlich luxuriösen einfamilienhäusern weichen mußten. …

tausend erinnerungen kommen bei dem kurzen, sprachlosen spaziergang in mir hoch.
… zum beispiel, an viele zärtliche momente … im hohen feld, … während meine schäferhündin „Silly“ streife lief … damit uns kein „spaziergänger“ beobachten … oder gar stören konnte.

noch immer wortlos, finden sich wie damals unsere hände und lassen sich auch dann nicht los, als wir am „pilz“ … einem unterstand mit kargen sitzgelegenheiten ankommen. …

*  erinnerst du dich ? * … fragt sie und schaut mich interessiert an …

* und ob.

… wir wurden aus heiterem himmel von einem heftigen platzregen überrascht und flüchteten hierher um etwas geschützt zu sein. … du warst patschnaß und hast noch atemberaubender ausgesehen als sonst … in deinem hautengen t-shirt … ohne was drunter.
… um dich vor der plötzlichen kälte und mich vor einem hormonkoller zu schützen , legte ich dir meine jacke um die schultern.

du hattest angst, dass ich frieren könnte, also hast du mich nah an dich gezogen, hast dich an mich geschmiegt, mich immer wieder wahnsinnig zärtlich geküsst … und sicher gestellt, dass mir nicht wirklich kalt werden konnte.
besonders die hände wurden immer wärmer. was wohl daran lag, dass du ihnen erlaubt hast sich unter deinem t-shirt „aufzuwärmen“.
die küsse wurden immer intensiver … und was dann kam, war für einen jungen in dem alter eigentlich ein deutliches „zuviel“ an erotik und leidenschaft.
… jahrelang  habe ich mich gefragt, wie ein paar regentropfen in wenigen minuten aus einem total zurückhaltenden mädchen, eine so leidenschaftliche junge frau machen konnten.*

… alles war wieder so präsent, … als wäre es gestern gewesen und ich mußte meine gedanken abrupt aus der szenerie reißen um ihre worte wirklich wahrzunehmen.

* nun, … du denkst … es war nur der regen?* … belustigt blinzelt sie mich an …

*nicht???* …

* nicht nur. … obwohl dich deine engen, nassen jeans und das ebenso nasse t-shirt auch nicht grad unattraktiver gemacht haben. … du warst damals schon ein gutgeformtes kerlchen.* … schmeichelt sie …

* … soso … ein KERLCHEN !?! * … gar nicht so leicht, so zu tun … als wäre man in der lage … dieser frau wirklich böse zu sein.

* nun jaaaa, … im vergleich zu dem , … was du heute darstellst, … war das wohl ein kerlchen. … allerdings ein kerlchen, das ich damals für den absoluten MANN überhaupt gehalten habe.*
… ihre worte tun gut … fast wie ihre sanfte berührung in meinem gesicht … und ihr verträumter blick.

* … diese meinung vertrittst du heute also leider nicht mehr. … schade. … im gegensatz dazu, bist du für mich immer noch das non plus ultra an weiblichkeit. … aus dem schönsten mädchen der welt, … ist tatsächlich die wunderschönste frau der erde geworden. … dich so sehen zu dürfen … tut unfassbar gut. … gleichzeitig macht es auch traurig.*

… gebe ich zu, dass mir jeder tag leid tut, den wir seit dem plötzlichen abschied damals … nicht miteinander verbringen konnten. …

* … SPINNER ! … du willst nur hören, dass mich das was ich jetzt sehe auch begeistert. … da kannst du noch soviel süßholz rasspeln … daraus wird nichts , Riesenbaby. nimmst du eigentlich irgendwas verbotenes … um so auszusehen ? *

… und wieder schafft sie es, … dieses entwaffnende lächeln … in dieses … „gesicht“ (seufz,schwärm und schluck) … zu zaubern.

* … klar. … steroide bis der arzt kommt. … deshalb auch die impotenz.*

… gehe ich auf ihre wohl nicht wirklich ernst gemeinte anspielung ein.

* schade. … grad jetzt, wo ich langsam wirklich lust auf dich kriege.* … enttäuscht senkt sich ihr blick …

* da sage noch einer was gegen MÄNNERPHANTASIEN. … ich hab doch grad tatsächlich verstanden, … du bekommst lust auf mich.*
… noch immer wirke ich viel cooler .. als ich wirklich in diesem moment bin.

* … na sowas. … jetzt lösen die drogen schon wahnvorstellungen bei dem armen kerl aus. … jaja, … hättest dir besser ab und an ´ne tüte bauen sollen. … aber SHIT war ja nie dein ding.*

… ihre schlagfertigkeit erstaunt mich immer mehr. … so kannte ich MEIN mädchen noch nicht. … das war eine neue … und trotzdem …  irgendwie … vertraute Petra.

* … das zeug wirkt halt bei mir nicht. … und was diese wahnvorstellung ausgelöst hat, weiß ich auch nicht. … außer viel eiweiß nehme ich nähmlich nicht wirklich etwas zu mir. … und einen guten Scotch hatte ich heute auch noch nicht.*
fast entschuldigend schau ich auf sie runter.

* sollen wir es nicht lieber jetzt hinter uns bringen? … küss mich endlich.*

… sie schaut zu mir hoch … direkt in die augen … in denen sie jetzt wohl eine mischung aus erstaunen und kindergeburtstag sieht.

ihrem blick halte ich anfangs noch stand, neige den kopf … senke ihn ihr entgegen … und dann ist alles, … wie es immer war … die augen schließen sich fast wie von selbst … und es ist … UNBESCHREIBLICH.

der kuß, (war es wirklich nur einer, weil es ja keine erstzunehmende unterbrechung gab???) dauert lang , … wirkt noch länger nach und zieht eine phase des schweigens nach sich. … nicht besonders lang, … aber lang genug … um sich wirklich darüber bewusst zu werden, … was da eigentlich gerade passiert ist.

und wieder verblüfft sie mich , … indem sie als erste wieder etwas sagt.

* … wie früher. … genau wie früher … du bist doch wirklich ein verkappter künstler. … erst zurückhaltend, … dann leicht verspielt, intensiver werdend, … leidenschaftlich, … innig … dann ein wenig von allem … und zum schluß, … ein winzig kleiner … fast flüchtiger kuß zum abschluß. …  eine signatur. … wie wenn ein maler,  sein werk signiert. *

… ihre hände streicheln mich noch immer , … als sie lächelnd ihren eindruck schildert. … so hab ich das noch nie wahrgenommen.

* … André und malen … zwei welten prallen auf einander.* … versuche ich mit der einsicht meiner totalen unfähigkeit auf dem gebiet die stimmung weiter in richtung heiter zu pushen.

* … André und küssen … das ist deine welt. … zweifellos.  … du hast mir einen schönen abend versprochen … und etwas zu essen. … also komm, … lass uns endlich fahren*
… resümiert sie … nimmt mich wie selbstverständlich wieder bei der hand … und läuft mit mir los … in richtung auto … unbeschwert wie das 15 jährige mädchen von einst. …

nach wenigen minuten fahrt, … wieder völlig ohne worte … und doch so … einig … treffen wir bei Mario ein …

ein wunderbarer abend nimmt seinen lauf , … mit einem sehr gutem essen, einem erstklassigen roten aus bella Italia, … einem guten gespräch in angenehmer vertrautheit, … mit viel  lachen, … gelegentlichen,sanften berührungen … und blicken die anfangs teilweise noch nachdenklich … später aber ziemlich liebevoll werden.

als ich mich weit nach mitternacht vor ihrer haustür von ihr verabschiede, kommt es nochmals zu einem unsagbar gefühlvollen kuß. … wie immer … mit signatur …

* … nimm diese karte … und wenn du das wirklich willst, … ruf mich an.  … jederzeit und hoffentlich bald. … ich würde dich sehr gern wieder sehen,Petra … wirklich sehr gern.*

… überlasse ich ihr die entscheidung, … ob es zu weiteren „kunstwerken“ kommen kann.

zügig gehe ich zum wagen zurück, … nicke ihr noch einmal nachdenklich zu … und gebe gas.

in dieser nacht fahre ich noch fast 400 kilometer , ziellos … kreuz und quer durchs ruhrgebiet. … spüre den kraftvollen motor, der dieses phantastische auto immer wieder irre beschleunigt, … spüre den bass der musikanlage, … spüre den fahrtwind , … spüre das irrwitzige schlagen des „kraftwerks“ in meiner brust, … spüre das LEBEN …

ich … lebe. …

Alles Verhandlungssache

… er saß auf der harten massagebank in der großen kabine der sporthalle, starrte immer wieder auf das wenige minuten alte foto einer billigen sofortbildkamera und konnte die welt nicht mehr verstehen. … wieder und wieder sah er zur tür. … doch sie blieb zu. … und er allein. … er stand auf , stellte sich vor den spiegel … und sah einen Boxer, … ohne eine einzige schramme. … absolut ungezeichnet … und doch schwer geschlagen. … ungeschlagen und laut seinem asiatischen trainer, … in der form seines lebens hatte er vor zwei stunden die halle betreten. … niemand hatte den geringsten zweifel, dass er sie als sieger verlassen würde. der gegner war kein schlechter, aber im ersten aufeinandertreffen, konnte jeder der anwesenden schnell den unterschied zwischen einem gut ausgebildeten kämpfer und einem wiederlich agressiven strassenschläger erkennen. … die wilden angriffe des kalkweißen deutschrussen konterte er ohne sichtbare mühe aus, führte schnell nach punkten auf den bewertungszetteln aller kampfrichter und deckte das wiederliche großmaul zu beginn der dritten runde mit einer serie von schlägen der härtesten und wirkungsvollsten art dermaßen ein, dass sein gegner nichtmal umfallen konnte und so der ringrichter sich zwischen sie werfen mußte um den kampf abzubrechen. … es war zu diesem zeitpunkt sein 18ter sieg im 18ten kampf. … der 16te durch K.O.. denn auch siege die durch den ringrichter wegen überlegenheit abgebrochen werden, oder weil sich ein kämpfer nicht mehr verteidigen kann, werden mit K.O. gewertet und stehen dann auch so im kampfrekord.

ÜBERLEGEN … ja das war er oft und grad heute wollte er es wieder allen zeigen. … aus verschiedenen gründen. …

der süßeste dieser gründe saß in der ersten reihe, direkt am ring, und strahlte ihn etwas verunsichert an, als seine musik erklang und er sich in den ring begab.

jeder konnte sehen, dass dies nicht ihre welt war. … nur ihm zuliebe hatte sie seine einladung angenommen.

keine seiner früheren freundinnen und es gab allein an diesem abend einige in der halle die diesen part , meist kurzzeitig gespielt hatten, wollte er bei seinen kämpfen dabei haben. … bei ihr war es anders. er wollte ihr an diesem tag zeigen, dass sein sport nicht das ist, wofür ihn viele halten. … nicht , wenn man ihn so betrieb wie er. … sie sollte alle seiten des kickboxens kennenlernen. … dann würde sie sehen, was ihn daran fasziniert, würde verstehen, was ihn antrieb und natürlich, … sollte sie ihn auch bewundern. … darauf legte der junge kerl großen wert, denn ihre liebe war jung und er nutzte selbstverständlich jede möglichkeit sie zu beeindrucken. … bei diesem zarten,bildhübschen und wildromantisch aus ihren leuchtenden augen schauenden wesen gelang ihm das aber viel mehr durch seine gelassene, humorvolle, und oft sehr gefühlsbetonte art, als durch die sportlichen erfolge, auf die er so stolz war und für die er achtung , bewunderung und respekt erfuhr. … nur nicht von ihr. … ihr LOBO war zärtlich , sanft und einfühlsam. … den harten kerl, sollte er gefälligst bei seinen anderen „FANS“ spielen. …  die musik … klang aus und er strahlte eine eiseskälte aus. konzentriert nahm er blickkontakt mit seinem wiedersacher auf, der durch wilde beleidigungen und ein einem regentanz ähnelnden rumgehüpfe, versuchte seine nervösität zu überspielen. … ICE ICE … BABY. …

… Meine damen und herren, … mit einem kampfgewicht von exakt 101 kg beim gestrigen wiegen … und einer lupenreinen bilanz von … blablabla …der ungeschlagene titelverteidiger im schwergewicht … blablabla …

alles klar, ich weiß wer ich bin, dachte der kampfbereite noch einmal seine süße freundin unter den zuschauern erblickende … und war froh, dass der redseelige ringsprecher endlich zum ende seiner ankündigungsprozedur kam. … was der immer alles für aliasnamen für ihn fand, … er konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen. …

*… meine herren, ich erwarte einen anständigen sauberen kampf. … viel glück für beide.. shake hands.* … sagte der ringrichter … und er sagte eigentlich immer das selbe. … nur der gegner der sagte etwas ziemlich unerwartetes :

* … heute ist dein ganz persönliches WATERLOO,  ex-champion LOBO. … ich werde mir erst deinen titel und dann deine neue kleine schlampe nehmen. deine Mutter war schon besser als deine Schwester, aber die kleine wird mir sicher mehr spaß machen als die beiden Bitches zusammen. … du bist erledigt mann. … das letzte mal hattest du nur glück. … ich werde dir und all den idioten hier zeigen, was du für ein aufgeblasenes arschloch bist. … und am schluß , werde ich mit dir den ringboden aufwischen. … das wird nötig sein, arschloch. … denn du wirst bluten. *

ohne eine erkennbare regung kommt die ruhige antwort : * … schön , dass du fertig bist. … dann kann ich dir ja jetzt den arsch versohlen.*

was dieser weniger wohlerzogene gentleman, der offensichtlich eine blühende phantasie was sexuelle handlungen mit allen wichtigen damen aus dem leben des wesentlich entspannter wirkenden champions von fairness hält wird direkt klar, nachdem die glocke die erste runde eröffnet. … wild um sich prügelnd stürzt er sich auf den fairen sportsmann und versorgt ihn sowohl mit 2 tiefschlägen als auch mit einem kopfstoß , der aber nicht richtig trifft , weil er erahnt und entsprechend pariert wird. … die kurze unterbrechung, die wegen der ermahnung nötig wird , nutzt er um sich vor der total verängstigten zuschauerin aufzubauen, sich in den schrit zu fassen und ihr in knappen sätzen zu erklären , was ihr doch alles bevor steht, wenn der großartige maulheld erst den versager den sie für einen MANN hält ins jenseits befördert hätte. …

* … Lobo, bleib ruhig. … lass dich hier nicht auf eine wilde schlägerei ein. das hast du nicht nötig. … box ihn aus und schick ihn kurz vor schluß schlafen wenn du magst. … aber bleib bei deiner linie. kein SUPER-BRAWL, sondern technisch anspruchsvolles Muay Thai, will ich von dir sehen. … keiner kann dir weh tun. … du bist der champ. … du lässt dich nicht auf sein niveau herab.*  … die stimme des trainers klang auch schon mal überzeugter, denn er wußte, dass  dieses junge mädchen innerhalb kürzester zeit in sein herz gefunden hatte. … in diesen wenigen wochen, hatten andere mädels erst raus, wie seine hose sich am schnellsten öffnen ließ, aber mehr  … wollte er von denen auch nicht. der coach ahnte, dass sein schützling diesmal nicht auf ihn hören würde, doch was jetzt passierte überraschte auch ihn. … so, … hatte er seinen kämpfer in den jahren ihrer zusammenarbeit noch nie gesehen.  … der ringrichter gab den kampf wieder frei … und ein orkan der verwüstung tobte durch den ring. …

eine serie brachial hart geschlagener volltreffer durchbrach die deckung des total überforderten großmauls und deckte ihn unter einer lawine der gewalt zu. … jeder schlag traf sein ziel und nach sekunden hing der grade noch so riesige töne spuckende „sympathieträger“ in den seilen. … von da gibt es bei einem solchen schlagregen kein entkommen und eher der richter richtig begreift, dass dort ein Delinquent seiner eigenen hinrichtung beiwohnt, wird dieser von ca. 30 schlägen getroffen, von der ungefähr jeder zweite allein ausgereicht hätte … um seine karriere zu beenden. … die halle ist still als der halbrusse fast besinnungslos nach vorn stollpert , wo ihn eine letzte krachende rechte trifft, die wie die spätere röntgenaufnahme zeigen soll , für 2 der 7 knochenbrüche verantwortlich zeichnet, die ihm in diesen maximal 120 sekunden zugefügt wurden. … während er dem boden entgegen fällt, ballt sich ein letztes mal die faust, … der körper des wie von sinnen prügelnden titelträgers spannt sich noch einmal an, … sein gesicht wird zur fratze und der letzte … unheilbringende hieb, … wird kurz vor dem einschlag abgefangen. … weil im entscheidenden moment … der verstand siegt. … der letzte gedanke, der sagt:

“ … wenn ich diesen schlag nicht stoppe, … bring ich ihn um.“

…  der zerstörte leib des besiegten schlägt hart auf dem boden auf … und bleibt regungslos liegen. … in voller anspannung steht der mann fast über ihm, dessen gesichtzüge nichts menschliches mehr haben. … nur noch verachtung … und blinde zerstörungswut.

… aus dem augenwinkel sieht er die 2 angreifer die  später als brüder des geschlagenen, …  ATILLA genannten, kämpfers erkannt werden , der ohne erkennbare vitalfunktionen, absolut leblos liegen bleibt. … eigentlich ihren brutalen bruder „rächen“ wollend, … rennen sie blind in die schläge des siegers und fallen schwer getroffen ebenfalls zu boden. … auch hier, bewegt sich nichts mehr. … wortlos verlässt der wieder ruhig und besonnen wirkende ausnahmeathlet den ring. … nur unterbewußt die stimme des ringsprechers wahrnemend, während der ringrichter noch kurz seinen rechten arm , … zum zeichen des sieges hochreißt. … sieger durch K.O. in der ersten runde … blablabla … welch ein schwachsinn, … hier wäre grad fast ein mensch gestorben. … und wirklich bereut, hätte es wahrscheinlich nur der, … der dieses zu verantworten hätte. …

… einsam sitzt er auf der harten massagebank, … als auch der letzte betreuer, sein freund und trainer die kabine verlässt. sie öffnet die tür und stellt sich wortlos vor ihren freund, den sie gestern noch als souveränen streitschlichter bei den harten jungs in seine clique erlebt hatte. … ganz ruhig hatte er unnützes blutvergießen verhindert, lächelte ihr nachdem er die streithähne  auf seine unwiderstehliche art  besänftigt hatte ins gesicht und sagte nur lapidar und achselzuckend : * … alles verhandlungssache.* … nahm sie erst in seine starken arme, dann ihr liebes gesicht in seine hände und küsste sich so sanft und zärtlich, dass sich selbst die umstehenden wunderten, wie eine solche kampfmaschine  … derart sanft und gefühlvoll sein kann.  … jetzt schaute sie ihn unter tränen an und sprach mit zitternder stimme worte , die ihn schlimmer trafen als alle schläge die er je einstecken mußte. …

* … ich liebe dich … und ich weiß, dass du auch mich liebst. … ich weiß, dass du das grad hauptsächlich getan hast, weil du ihn für die demütigung bestrafen wolltest , die ich durch ihn erfahren habe. … aber du hast es übertrieben. … du hast es versaut Cowboy. … als wir uns gestern geliebt haben, … da hab ich deine hände geküsst, … weil sie mir alles gegeben haben, was eine frau sich an liebe und zärtlichkeit nur wünschen kann. … heute hab ich gesehen, wie diese hände fast getötet hätten. … das , will ich nie wieder sehen. … ich will dich … nie wieder sehen.*  … sie gibt dem reaktionsunfähigen boxer ein sofortbild in die noch bandagierten hände und geht wortlos aus dem raum …

wie sagte doch sein lehrmeister und wegbegleiter ? … * … du bist der champ. … niemand kann dir wehtun.* dieser stechende schmerz in seinem inneren sagte etwas anderes.

… er schaut regungslos auf das foto und noch bevor die tränen alles vor seinen augen verschwimmen lassen, … sieht er die häßliche, brutale fratze seiner selbst, über dem längst geschlagenen gegner … und liest die mit lippenstift geschrieben worte :

…. * alles VERHANDLUNGSSACHE ! * …

Did i ever told ya … / habe ich dir je gesagt …

* … hab ich dir je gesagt, … dass du ein wahnsinnig zärtlicher liebhaber bist ? * …

eigentlich hätte sie ihm auch ruhig einen glühenden dolch in die brust stoßen können …  so sehr schmerzte ihn die erinnerung, … die ihn schlagartig „heimsuchte“. … er hätte schreien können vor schmerz, … doch statt dessen sagte er nur :

* … und hab ich dir je gesagt, dass ich es bei keiner anderen frau lieber war, … als bei dir? * …

während er diese worte sagte, … hoffte er inständigst, ihr damit nicht diesen schmerz, wohl aber die wunderschönen erinnerungen zu geben, die ihn jetzt durchströhmten. … die ihn fast fühlen ließen, wie es war, wenn er sie berührte.

… WIE BEIM ERSTEN MAL, …

als sie nach dem langen spaziergang und dem kurzen aufenthalt auf der terasse am see, … zwar den blick gesenkt hielt, … ihr mund ihn aber trotzdem , … wenn auch kaum spürbar ermunterte , … sie nun endlich zu küssen.

… wie schon dieser erste kuß, erahnen ließ, wie es sein würde, … jedesmal … wenn sie einander mehr schenkten.

… wie es war, als sie damals  in ihrem kleinen Hotelzimmer ankamen, … sie endlich in seinen starken armen lag … und er ihr in aller ruhe und ausführlichkeit , … alles geben konnte, was seine einfühlsamen hände, sein zärtlicher mund sie schon oft genussvoll spüren ließen, … aber immer nur für wenige stunden … und nicht wie in dieser nacht, … mit der aussicht auf einen gemeinsamen morgen. …

… tausend küsse jeglicher intesität, … sinnliche momente, intensive liebkosungen, leidenschaftliche „geschenke“, …
die nie ihr „ziel“ verfehlten, … mal früher oder manchmal etwas später, aber immer und immer wieder, …
in glückseeliger erfüllung endeten.

erinnerungen, … an zwei „hungrige“ körper, … die sich in dieser nacht, … immer und immer wieder suchten und auch fanden.

an zwei „hungrige“ herzen, … die in dieser nacht, … immer und immer wieder, nebeneinander, miteinander … teilweise so wild und heftig schlugen, … als wollten sie zerbersten.

… erinnerungen an zwei „hungrige“ menschen, … die sich in dieser nacht , … immer und immer wieder versprachen, … wenn ihre körper, ihre hände, ihre seelen, ihre blicke, … oder ihre worte sich trafen, …* heute nacht, schläfst du nicht „hungrig“ ein.*

… * es war mir immer eine ehre dich berühren zu dürfen.* … hatte ich dir gesagt, nachdem du mir gestanden hast, … wie sehr du meine berührungen vermisst.

… * und ich hab mich immer und immer wieder, … gern von dir berühren lassen. … mehr als das. … * … hattest du traurig geantwortet.

… und ich frage mich, … # … was zum teufel, … ist eigentlich passiert ?… #

Helden schlafen nie

… sie kamen, als sie sich sicher waren, … nicht wirklich kämpfen zu müssen.
… sie kamen, als du schutzlos warst, … sie haben dich einfach fortgerissen.
zu glauben, wir hätten noch zeit, war mehr als naiv …
… sie kamen, weil sie feige sind, …
………………………………..als der held schlief.

… kommt zurück … ihr feigen dämonen … kämpft … und lasst euch überwinden …
… kommt zurück … doch kommt ohne illusionen … ihr werdet … mich nie mehr … schlafend finden.

André C. am 31.07.2009

Background-note:

… nicht tausend siege machen dich zum helden, … zum helden, wirst
du, durch die eine niederlage … die dich dazu bringt …. nie mehr zu …. schlafen.