Begegnungen II

„nettes Gerät“ … entfährt es IHM …

als er die neuwertig wirkende Honda 750 Four aus den 70er Jahren inmitten all der anderen *Mopeds* beim großen TREFFEN seiner alten BIKER-Kumpels erblickt …

„meinst du das Mädel oder die Karre?“ fragt einer aus den vergangenen Tagen …

“ die Maschine du KINDERFICKER … die kleine Bitch ist doch höchstens halb so alt … wie das Moped“ raunzt der in die Jahre gekommene Kawa-Fahrer …

“ schon klar … aber seit wann stört dich sowas? … das ist nicht mehr der LOBO … den wir alle bewundert haben …“ … feixt der andere zurück …

„nettes Gerät hast du da … kleine Lady“ … sagt er jetzt … nachdem er langsamen Schrittes quer über den … in der Sonne liegenden Platz gegangen ist …

„Danke … großer Gentleman“ … gibt die … der jungen SUZI Quatro ähnelnde zurück … schaut gegen die Sonne blinzelnd zu ihm hoch … und streckt keck ihr Pfötchen zum Gruß entgegen …

“ Du siehst aus … als wärst du zu jung … für deine 750er … kleine Lady … welchen armen Teufel hast du beerdigt … um dir so ein Moped unter den Nagel zu reißen?“ … erkundig er sich ruhig … während er ihre zarte Hand schüttelt … die erstaunlicher weise … ziemlich fest zugreift …

“ Du siehst aus … als wärst du zu alt … für deine 900er … großer Gentleman … meinen Vater hab ich beerdigt … vor einigen Jahren … er hat mir dieses Schätzchen vererbt …“

„irgendwie kam mir deine alte Dame hier … gleich bekannt vor … bist DU etwa Sue … die Tochter von Peter und Conny?“

„Bin ich … und DU bist LOBO … der Typ von dem Mama und Papa seit meiner Kindheit dauernd die unglaublichsten Geschichten erzählen …“

„der WAR ich mal … yo … wir sind alle nicht mehr die … die wir mal waren …“

„nun heul mal nicht gleich … alter Mann … war´n SCHERZ … mit dem ZU ALT für deine 900er … siehst doch aus … als ob du´s noch bringst …“

“ danke für die Blumen … was auch immer du denkst … was ich noch *bringen* würde …*grins* … tut mir wirklich leid … dass du deinen Papa so früh verloren hast … er war ein guter …“

„DU warst sein HELD …“

„WIR waren Brüder …“  

„Der große LOBO“  

„Der ruhige Peter“

„eure ganze *GANG* war ziemlich KRASS drauf damals …“

“ alles verhinderte MESSDIENER und CHORKNABEN … gefangen in Köpfen und Körpern von waschechten REBELLEN und Straßenkötern …“

“ ihr habt so manche Schlacht geschlagen … Seite an Seite … ich habe all die Erzählungen noch im Kopf“  

„ach was … kleine Raufereien unter FREUNDEN …“  

„ähm … klar … gegen die EARLS … wo du den *PRESI* fast umgebracht hast … weil der Arsch im besoffenen Kopf … seiner *old Lady* gegen ihren blondierten Schädel getreten hat … gegen DRAGON CREW … die mindestens dreimal so viele waren … wie ihr … gegen DEVILS HANGMAN … die euch in eurem CLUB-HOUSE überfallen haben … mit WAFFEN … usw. … das waren SCHLACHTEN … und keine … *Raufereien* … jedenfalls nach dem … was meine Eltern so erzählten … und DU warst wohl immer … der *FELS in der Brandung* …“

“ dein Papa war auch ein starker FIGHTER … kleine Lady …

auf ihn konnte man sich immer verlassen … der hat nie gekniffen …

egal wen wir vor der Brust hatten …“

kurzes Schweigen …

„Von meiner Mama soll ich dich grüßen … SIE kommt heute Abend auch her ,,, will unbedingt dabei sein … wenn ihr hier MUSIK macht …“

„Cool-CONNY … wie geht es ihr? … ach was … das könnt ihr mir alles nach der Show erzählen … ich freue mich drauf … werde euch zwei auf die Bühne holen … dann ROCKEN wir zusammen so richtig ab   „

“ mach das … Mama ist eh heftig drauf … und ich mache nichts lieber als LIVE-MUKKE auf ´ner Bühne … bin Studio-Musikerin … du verstehst …“

“ so ´ne hübsche … darf doch nicht in ´nem muffigen Studio verkümmern … DICH zerren wir heute Abend ans (Scheinwerfer)-LICHT … da kannst du dich drauf verlassen … kleine Lady …“  

„wenn´s irgendwie passen sollte … es mal etwas ruhiger abgeht … dann bring doch *objects in …* “

 „von MEAT LOAF .. is klar … das war einer der Lieblings-Songs deines Vaters …“

“ und Mama wird auch heulen … aber das müsst ihr einfach bringen …“

„machen wir … versprochen … und du kommst mit ON STAGE … COOL-CONNY sowieso … das geht gar nicht anders …“

Nice to meet you …

Der Anruf

*Hey Tod … du bist ´ne Arschgeige … du kommst auf meine LISTE …*

 

Wer meine letzten Beiträge verfolgt hat … versteht vielleicht …

warum mir der folgende Text … wieder in den Sinn kam …

den ich vor einigen Jahren schrieb … als meine tapfere Helden-Mutter …

nachdem SIE den Krebs … nach Meinung der „Ärzte“ ja schon „besiegt“ hatte …plötzlich wieder …um ihr Leben kämpfen musste …

 

Der Anruf

26 Kämpfe … 26 Siege … 23 davon durch K.O. … das liest sich wie eine ziemlich erfolgreiche Statistik.

aber was sagen Zahlen und Statistiken im allgemeinen überhaupt aus?
nicht wirklich viel … wie ich denke … denn erstens zählen im Sport errungene Erfolge …  für die meisten der sportbegeisterten … nur wenn sie bei Weltmeisterschaften … Olympischen Spielen … oder ähnlich „wichtigen“ Veranstaltungen zu Stande kamen und zweitens denke ich … dass die wirklich entscheidenden „Schlachten des Lebens“ außerhalb des Rings geschlagen werden.

da sieht meine Erfolgsbilanz … leider wesentlich weniger beeindruckend aus … doch
dazu kommen wir gleich.

einen Sieg zu feiern … egal für wie wichtig ich diesen zu dem jeweiligen Zeitpunkt auch halten mochte … verbot mir zum einen der Respekt vor dem Gegner und zum anderen die Einstellung meines damaligen … asiatischen Trainers … der mir nicht nur im Sport oft den richtigen weg weisen konnte. ( R.I.P. Miyachi San … miss you like HELL)

in der Einsamkeit nach dem Kampf … kam oft ein Anruf … nicht um zu loben oder zu
gratulieren … sondern eher um zu analysieren und falls schon bekannt … die nächste
„Herausforderung“ zu besprechen.

nach einem solchen Gespräch folgte oft ein Moment des stillen Gebets … für den Gegner … uns selbst und den nächsten Gegner.

ihm war immer klar … dass ich es nicht so mit dem GLAUBEN habe … aber er sagte stets … dass sein GLAUBE stark genug … für uns beide wäre.

den Schutz höherer Mächte … egal an WAS oder WEN der einzelne glauben mag … konnten und können wir nach Mr. Miyachi´s – und auch nach meiner Meinung … wohl alle brauchen.

in diesem … für manche völlig „Sinn-freien“ Sport und erst recht, für die
wirklich wichtigen Kämpfe … jenseits des Vierecks.

warum ich damals die Lust am kämpfen hatte … erschließt sich im nachhinein selbst mir nur zögerlich … da es der Spaß am verletzen meiner Gegner … in meinem Fall … ganz sicher nicht sein konnte.

das lag mir ebenso fern wie die Absicht … manch „alten“ Mannes … auf biegen und
brechen … in den Ring zurückzukehren.

auf Fragen … nach meiner Motivation … antwortete ich damals oft lapidar :

*I Need Competition !*

das mag zum Teil auch richtig sein … doch in Wahrheit war wohl auch viel Sucht nach
Bestätigung … Anerkennung und der Wunsch … einfach in irgendwas der Beste zu sein … eine entscheidende Triebfeder.

so what …?

dankbar bin ich für jeden dieser Kämpfe … denn in dieser … noch frühen Lebensphase … profitierte meine Entwicklung zu dem Menschen … für den ich mich heute
halte … sicher maßgeblich.

in der Bilanz der wirklich wichtigen Kämpfe … die ich für andere gewinnen wollte … sieht es dagegen düster aus.

das Leben hat halt seine ganz eigenen Regeln und „Fairness“ darf da von
vorn herein ausgeschlossen werden.

weder konnte ich den Kampf um das Leben meines Vaters … der allerdings schon im
Bewusstsein des nahen Todes nach Deutschland zurück kehrte gewinnen … noch schafften wir es … bis zu seinem Ende … alle unsere Differenzen ad acta zu legen.

No matter … ruhe in Frieden,Papa.

dieser Kampf dauerte lang … wurde zum Glück … als er vor vielen Jahren anfing … für eine gute Zeit … in der mein Dad ein schönes leben in Spanien führen konnte unterbrochen … ging aber in den letzten Stunden … in denen er selbst nicht mehr die Kraft hatte … wirklich zu kämpfen und ich mich berufen fühlte … wie ein Ignorant … einfach die Tatsache zu überprüfen … dass wir alle irgendwann gehen müssen … doch in der xten Verlängerung an den Tod.

nachdem ich endlich in der Lage war ihn gehen zu lassen … er seine ruhe fand und ich
einsah … dass dieser Kampf nicht zu gewinnen war … kam der nächste „Anruf“…

die Tierklinik bestätigte den schlimmsten verdacht … und weiter ging es … ohne pause … ohne Erholung … ohne vorbereitet zu sein auf diesen mächtigen Gegner … der sich noch immer für jeden als unbesiegbar erwiesen hat … (und der hat mehr als 26 kämpfe vorzuweisen)
aber in diesem Fall mußte doch was zu machen sein … schließlich hatte er sich mit meinem Drago und mir angelegt und wir hatten bis dahin auch noch nie verloren.

alle Veranstaltungen an denen wir teilgenommen haben … von der ersten Prüfung bis zur letzten Meisterschaft … gingen an uns … auch bei starker Konkurrenz …

also … auf in den Kampf …

auch hier war ich wohl nicht wirklich ein ernstzunehmender Gegner für Gevatter Tod ….

nachdem wir ihn unter Einsatz aller unserer Mittel  … (Freundschaft,Liebe,Stärke,Mut,Zuversicht,Durchhaltevermögen und einer nicht wirklich erwähnenswerten Summe im fünfstelligen Bereich)
in mehrere Verlängerungen gezwungen hatte … zeigte der Tod nochmals… dass er an einem fairen Kampf … nicht im mindesten interessiert war.

statt uns ein wohl verdientes „Remis“ anzubieten und wenn es schon unbedingt sein mußte … auf ein späteres „RE-Match“ zu bestehen …
demütigte er mich … indem er mich zwang … meinen einzigen Freund zu töten … ihn zu erlösen … ihm weiteres Leid zu ersparen.

diesen Moment fürchtete ich schon …als ich diesen knuddeligen Welpen … 12 Jahre zuvor abholte … ihn auf unseren Zusammenhalt bis ans Ende „einschwor“ und die unglaublich gute Zeit mit diesem „Super-Rotti“ begann.

nun blieb mir nichts … als das Handtuch zu werfen und ihm die Schmach zu ersparen … selbst aufzugeben.

dies hätte er wohl … schon um mich nicht zu enttäuschen … nie getan. (sturer
Sack … Umgang prägt wohl doch)

2 zu 0 gegen mich … und wohl kaum Aussicht zu verkürzen.

der einzige Mensch,den ich kenne … von dem man denkt … dass er diesen „Tod“ bezwungen hat … ist meine Mutter.

in ihrem Fall … wählte unser „Angstgegner“ die heimtückische Waffe Krebs und selbst ohne meine Hilfe … ( zu der zeit hatten wir leider keinen Kontakt und waren einander sehr fern)
kämpfte sie und wurde nach kurzem … harten und nur scheinbar fairen Kampf … zur Siegerin nach Punkten erklärt.

in der Phase … die man wohl als „Waffenstillstand“ vermuten würde … quälte der schlechte Verlierer sie weiter … mit allem was er hatte.

mehrere gesundheitliche Probleme … der Kampf um das Leben ihres Mannes … dessen Verlust nach seinem verlorenen Kampf gegen den Krebs … und ein paar andere „Linkheiten“ sollten sie mürbe machen … und dann …

bekam ich wieder einen Anruf …

von meiner Mutter …

*der Krebs … ER IST WIEDER DA …*


 

*an alle … für oder gegen die ich je gekämpft habe oder noch kämpfen werde …
ihr könnt sicher sein … dass ich immer mein *Bestes* gab und geben werde …

und … JA … ich hatte recht …

AM ENDE KANN ES NUR EINEN GEBEN …

aber wie es aussieht …

bin das in den „ultimativen Fights“ …

wohl doch nicht … – ich …*

Alles endet …

Okay … die Entscheidung ist gefallen … mal wieder …

sollte ich wider erwarten … doch sterblich sein …

wird bei meiner Entsorgung/Beisetzung … folgender Song zu hören sein …

die paar tausend anderen Stücke … für die ich mich bis heute … jedesmal „fest“ entschlossen habe … können ja danach … in loser Reihenfolge gespielt werden …

ob die Musiker wirklich gut sind …

ist bei dieser Veranstaltung wohl nicht so wichtig …

Hauptsache … die Leute haben KONDITION …

“ bei deinem „bewegten Leben“ …

werden sicher viele Frauen an deinem (Helden)-Grab stehen … “

“ yo … die meisten werden sich überzeugen wollen … ob ich wirklich „HIN“ bin …“

 

Teufelsgeiger

Wahrscheinlich haben sich in meinem letzten Beitrag … Interesse vorausgesetzt … einige Leser gefragt … ob ich jetzt vollständig den Verstand verloren habe …

Zugegeben … Angus Young mit Niccoló Paganini zu vergleichen … daaaa muss man(n) erstmal drauf kommen … aber ich stehe dazu … und ich bin sicher …

wer … wie ich … so leidenschaftlich in der Musik lebt … 

wer … ebenso … ein feines Gefühl (auch) für Gefühle anderer hat …

wer … sowohl die beiden Videos in meinen letzten 2 Beiträgen von Anfang bis ENDE gehört hat …

wer … dann jetzt diese Aufnahme von Paganinis *La Campanella* …

mit Leonid Kogan hört …

wer … daran anschließend … die Worte von Carl Guhr … liest … der mir sprichwörtlich … aus der SEELE spricht …

wer … sich das also alles … zu Gemüte führt … dürfte verstehen …

WER … bzw. … welcher TEUFEL … mich da geritten hat …  

Carl Guhr schrieb 1829 über Niccolò Paganinis Violinspiel:

Das Seelenvolle, Begeisterte, wahrhaft Eigenthümliche in Paganini’s Spiel strömt aus seiner innersten Natur. Die Gefühle und Empfindungen, die er im verwandten Busen erregen will, sind seine eigenen. In den Tönen seiner Melodien ist sein Leben rege und wach, finden wir stets sein Ich, seine Individualität. Die Trauer, die er empfunden, das Sehnen, das sein Wesen durchzieht, die Leidenschaft, die seinen Puls rascher jagt, sie alle fließen in seinen Vortrag über; […] so ist Paganini der Künstler, welcher die Welt um sich vergisst und sein eigenes Leben, wie es von Leiden durchfurcht, von Freude geglättet wurde, in Tönen wiedergebiert. Wer sein Spiel kennt, kennt auch ihn.

paganini2.jpg
In der Tat genoß Paganini (* 27. Oktober 1782 in Genua; † 27. Mai 1840 in Nizza) schon zu Lebzeiten außerordentlichen Ruhm und Bekanntheit für sein unvergleichlich virtuoses Spiel (wozu er möglicherweise auch durch eine Bindegewebsstörung, die hypermobile Finger- und Handgelenke zur Folge hat, befähigt wurde, das Bild zeigt seine Hand). Er begeisterte und faszinierte seine Zeitgenossen in hohem Maße, aber es kursierten auch Gerüchte über seine angeblich kriminelle Vergangenheit und, vielleicht auch aufgrund seines unheimlichen Äußeren, sogar Phantastereien über seine mystischen oder sogar satanischen Verwicklungen.
Dazu passt, dass auch die Umstände, unter denen er 1840 in Nizza zu Tode kam, nie ganz geklärt werden konnten …


irgendwie bin ich doch froh … dass mein Sohn … der Geige inzwischen „abgeschworen“ hat … und sich auch der Gitarre … wenn auch einer LES PAUL … zuwendet …

es ist doch ganz gut … wenn innerhalb der Familie … naja … „besessen“ will ich jetzt nicht sagen … aaaaber … ihr wisst … was ich meine …       

Chester …

this one´s for you, Brother …

Guitar – Heroes … trauern nicht leise …

sie gehen dazu in den Keller …

heute hat nicht nur meine Fender um dich geweint … da bin ich sicher …

Rest in Peace … SAD Man … and thanks for all …