Eine ganz andere Geschichte (4)

Wie immer … der Service für Neu- und Wieder-Einsteiger …

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Zwischen-INFO: 

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Und weiter geht´s : 

Der Abend wurde mehr als angenehm …

Erst saß die ganze Clique noch lange auf der Terrasse des Petit Café … vertilgte den ein oder anderen harmlosen Autofahrer-Longdrink … unterhielt sich … hörte Musik … genoss den Sonnenuntergang … bevor die ersten aufbrachen … um einmal mehr … das Nachtleben der schönen Heimatstadt zu erobern …

Nun lud der Held … Engel und Speedy (Reinhard – der Typ mit dem er im ortsansässigen MSC seiner Motorsport-Leidenschaft nachging) … zu einer Pizza bei LINO ein …

Speedy lehnte dankend ab … weil er *angeblich* früh morgens einen wichtigen Termin hatte …  ein wahrer FREUND eben … und so mussten die beiden *Turtel-Tauben* … zwangsläufig ALLEIN zu LINO rüber schlendern … denn eine PIZZA von LINO … kann man sich nicht entgehen lassen … das hat SPEEDY auch noch schnell durchblicken lassen … falls ENGEL eventuell einen Moment darüber nachgedacht haben sollte … meine Einladung abzulehnen …

Wie gesagt … ER ist ein FREUND …aber dazu später mehr …

Zirka 150 Meter schräg über den Marktplatz … die letzten 100 Meter auf der kleinen Seitengasse dann Hand in Hand … weil zwar noch gar nichts *KLAR* war … außer … dass man sich einfach mag … und deshalb DISTANZ nicht mehr ganz so groß geschrieben werden sollte …

Großes HALLO bei LINO und seiner Crew …

wie immer wenn der verfressene HELD seinen ITALO-Kumpel besuchte … und ENGEL … gehörte irgendwie sofort zur *Familie* … was nicht anders zu erwarten war … und so nahm alles seinen Lauf …

BESTELLUNG nicht nötig … der Gastgeber tischt auf … was er für *NÖTIG* hält … das war zwar wie immer … viel zu viel … aber lecker …

So oft das Abendgeschäft ihm Zeit lässt … setzt sich LINO zu uns an den Tisch … bringt persönlich Getränke … und richtet irgendwann das Wort an ENGEL:

„Du bist ein wirklich schönes *KIND* … und mein FREUND hier … ist ein MONSTER … ein ziemlich gut aussehender Kerl – … aaaber …*il MOSTRO* … DU verstehst … !?

Zur Sache … dieses MONSTER hat ein HERZ aus GOLD … und egal was DU über ihn hörst … solange DU deinen Platz in diesem großen HERZEN hast … kann dir nichts passieren … kann EUCH nichts passieren.

Lass NIE zu … dass jemand Zweifel in eure Herzen bringt. Ihr seid füreinander gemacht. So ein schönes PAAR. … ICH freue mich für euch …“

ENGEL versucht seine herzliche … südländische ART etwas zu bremsen …

“ ähm … WIR sind gar kein PAAR … also jedenfalls NOCH nicht …“

LINO fühlt sich nur bestätigt :

“ DU sagst es BELLA RAGAZZA … NOCH nicht … aber die Nacht ist NOCH jung … und ihr zwei … seid es auch … also …“

Wer will schon einem Kerl aus Sizilien widersprechen … der als der *PATE* der Stadt galt … 

Das kleinlaute : “ immer langsam mit den jungen Pferden …“  … hörte der … sich inzwischen wieder anderen Gästen zuwendende PATE nicht mehr … aber der Held … doch dieser … lächelte das großzügig weg …

Endlich war man wieder ALLEIN am Tisch …

ENGEL gibt sich leicht verwundert …

“ … schon seltsam … immer wieder höre ich … wie GEFÄHRLICH du bist … dass ich aufpassen soll … aber alle scheinen dich zu mögen …“

“ LINO ist selbst gefährlich … und sowas wie ANGST … kennt er nicht … WER keine Angst hat … hat auch kein Problem damit … mich zu mögen … und wir mögen uns nicht nur … wir lieben uns … wie Brüder …“ … gab der Held einen kleinen Einblick … in die *Verhältnisse* … nicht wissend … dass die Tage mit seinem *Bruder* … längst gezählt waren … aber auch das … ist EINE ganz andere Geschichte …

Kurze Zeit später … brach man auf … nachdem man unzählige Gelegenheiten verstreichen ließ … sich endlich zu KÜSSEN … sich interessierte Blicke immer wieder trafen … sich Fingerspitzen mehr als einmal *zufällig* berührten … aber irgendwie schien man einen internen Wettbewerb zu führen … WER jetzt WEM länger widerstehen kann …

Es gibt wirklich saublöde WETTBEWERBE …

So schlendern beide zurück zum *Petit* … wo die Autos geparkt waren … welche man dort getrennt voneinander bestieg …

Als Gentleman bestand der Held darauf … hinter ihr her zu fahren … bis vor ihre Haustür … um sicher zu sein … dass SIE dort auch gut und sicher ankommt …

Gesagt – getan …

auf einer Brücke plötzlich … hält SIE an … worauf hin … auch ER bremst …

BEIDE steigen aus ihren Fahrzeugen … in die klare Nachtluft … gehen aufeinander zu … umarmen sich … ohne ein Wort …

SIE findet dann doch noch … ein paar erklärende Worte …

“ Bilde dir jetzt bloß nichts ein … du Held … aber du riechst so gut …

ich wollte einfach nicht schlafen … ohne dich noch einmal zu umarmen … und an dir zu schnuppern …“

Held zeigt sich geschmeichelt und amüsiert … lächelt …

“ DU bist ja *süß* … pass auf … dass DU deine *Deckung* nicht fallen lässt … DU eiskalter Engel … feel kissed …“

Engel wird mutig … provoziert … verspottet gar den Helden …

“ Wenn du möchtest … dass ich mich geküsst fühle … dann küss mich doch endlich … du mutiger Held …“

Das war dann wohl der passende Augenblick … den *Wettbewerb* und die Zurückhaltung aufzugeben …

so standen beide noch lange auf der Brücke … küssten sich … immer wieder …

oder man könnte auch sagen … ununterbrochen … mit unheimlich viel Gefühl … was sich wohl im Lauf des Abends *aufgestaut* hatte …

FILMREIF …

ohne einen Gedanken daran zu verschwenden … jemals damit aufzuhören … 

Würde sowas heute nochmal passieren … was natürlich völlig ausgeschlossen ist … würde dieser Song wohl bestens passen …

Aber wie gesagt … VÖLLIG AUSGESCHLOSSEN …

SIE MÄÄT SÜCHTIG

Du hatts dir su fess vüürjenomme,
du feels op kein mieh rinn:
„Ejal, wat kütt, ejal wat nit,
met Liebe ess nix mieh drinn!“
Em Zweifelsfall hässte treck affjewunke:
„Mich mäht kein Frau mieh blind!“
Denn schon beim eezte klizzekleinste Funke
zuck dat jebrannte Kind.
Du hatt’s dir’n Maginot-Linie öm et Häzz jebaut …
hätts keinem Losungswoot mieh övver der Wääsch jetraut.
Vüür hühre Dööchter un Prinzessinne op Hääze op der Hoot,
häss du jeschwoore  …
Sie määt süchtig …
einfach alles ahn ihr … trick dich zo ihr hin –
wie en Hypnose … wie magnetisch …
du wills ständig bei ihr sinn …

Su lang künnt keine Winter sinn …
su düster wöhr kein Naach …

Dat dir der Blues noch ens e Schnippche schleet …
hässte nur laut jelaach …
Doch wie mer lang, lang bruch, öm jung zo weede,
wie der Picasso säht,
sching och die Binsenweisheit wohr ze sinn …
vun wäje: „… nie zo spät“
Jetz läufste römm, als ob de’e Tor jeschosse hätts …
un jeder denk: “ Dä spennt, dä’s wie en Trance versetzt!“
Adrenalin hält dich am Schwebe, un du strahls,
wie mer dich lang ald niemieh kennt …

Sie määt süchtig,
einfach alles ahn ihr … trick dich zo ihr hin …
wie en Hypnose … wie magnetisch …
du wills ständig bei ihr sinn …

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* SIE macht süchtig … *
In der Hoffnung … dass dieser Text auch ohne weitere Übersetzung verstanden wird … lasse ich das mal so stehen … und verbleibe …
bis zu Fortsetzung … 

Selbst „machen“ ist besser … als die Erfüllung ehelicher Pflichten

Hätte das EHEWEIB … ihre eheliche Pflicht erfüllt …

und mir meine Spaghetti Arrabiata  gekocht …

wäre ich zwar jetzt auch satt … aber niemals soooo befriedigt.

nix gegen frauen in der küche …

aber die wirklich scharfen Sachen … muss MANN selbst machen.

wenn ihr mal einen kerl so richtig glücklich sehen wollt …

ohne irgendwelche sexuellen Gefälligkeiten an ihn zu verschwenden …

dann wäre jetzt die perfekte Gelegenheit …


 

auch hier empfiehlt der verfasser … die schlagwörter unter dem eintrag … sorgfälltig zu lesen.

*danke*

per SIMONA …  * anche qui, gli scrittori … letto attentamente le etichettati sotto la voce … è raccomandato. * 

*grazie*

 

WER NICHT MALEN KANN …

vor ziemlich genau 5 jahren … schrieb ich … ganz sicher im suff … aber in liebevoller erinnerung :

wie ich heut recherchiert habe, … hat Andreas … vor seinem tod … tatsächlich noch ein buch geschrieben. ( der Ochse)

er schreibt im vorwort:

*… viele geschichten fehlen, … die eigentlich viel lustiger , … oder viel trauriger sind .. als die geschriebenen, … aus denen sich meine lebensphilosophie herauskristallisiert hat. … Alle personen sind oder waren wirklich vorhanden.

achten sie nicht auf groß- oder kleinschreibung .. und meckern sie nicht über rechtschreibunng, .. sonst knallts, … viel spaß. *

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falls mein buch je veröffentlich werden sollte … hoffe ich auf dein einverständnis … ähnliche zeilen im vorwort verwenden zu dürfen, Black Brother.

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wenn es dazu kommt … also zu einem buch … von mir … hast du es mit zu verantworten … weil du mir dauernd ein gewisses talent einreden wolltest …

klar … talent habe ich … das talent zeitweise noch mehr gesoffen zu haben … als du … und trotzdem heute noch zu leben … aber so ist das eben … held und so … unsterblich bist du ja auch … aber eben anders …

anders waren wir immer … aber das ist auch gut so …

typisch. … so eine galerie (2000 bis 2004) wird wahrscheinlich nicht gestürmt, … wie ein supermarkt … also … muss man(n) sich beschäftigen.

seit der nachricht deines todes … hab ich mich oft gefragt, ob es sowas wie seelenverwandtschaft wirklich gibt.

irgendwas muss mich schließlich zum zeitpunkt deines todes … zweimal an den ort unserer ersten begegnung  … dein altes atelier die werkstatt … und in die „börse“ wo wir es oft haben krachen lassen … getrieben haben …

der film, den du unbedingt mit mir drehen wolltest, wird wohl nie realisiert werden. … dabei wäre doch die schlußszene sicher ein klassiker geworden …

naja, … kein zweites CASABLANCA, … kein oskar-reifes-cineasten-highlight …

aber unser beider lebensmotto … zum schluss … statt …

schau mir in die augen kleines *

ein düsteres … halb gelalltes …

there´s a time to fuck … and a time to cry …*

aber mir bleibt die erinnerung an einen großartigen menschen …

auch wenn viele glauben, du wärest ein noch größerer künstler gewesen …   

an den ein oder anderen song … den wir zusammen „performt“ haben … kann ich mich noch erinnern … obwohl die lücken … grad in der zeit unserer gemeinsamen exzesse … erschreckend groß sind …

mein „musikding“ sollte ich auch unbedingt durchziehen hast du damals gesagt … meine texte den sterblichen um die ohren hauen … bis sie kotzen … oder sie endlich begreifen … hast du gefordert …

„unfassbar gewaltige gitarren-soli marke BLUTSBRUDER“ … nanntest du mein geklimper … davon konntest du auch nie genug kriegen…

*quäl sie … quäl sie … bis das blut spritzt … bis sich nichts mehr rührt … bis nichts mehr schmerzt …* … hast du gefordert … * PROST ! * 

hättest du dich nicht so früh vom acker gemacht … würde ich heute gern mit dir dieses ding hier durch die verstärker ballern … das passt zu uns …

don´t ya think so,Bro?

deine seele war so schwarz wie meine … viele sind mit uns nicht klar gekommen … wir haben allen ans bein gepisst … die wir nicht mochten … und das war ganz sicher die überwältigende mehrheit …

allen haben wir vor den kopf gestoßen … wenn wir der ansicht waren … sie hätten es verdient … nur gegenseitig … gingen wir immer vorsichtig miteinander um … wissend wie sensibel wir doch sind …

anfangs dachte ich immer … du hättest nur angst … ich würde dir den hintern versohlen … wenn du frech wirst … dass du dich einfach nicht traust … mich einmal so anzupöbeln … wie all die anderen … die dir auf den sack gingen … aber davor hattest du sicher nie wirklich angst … die schmerzen … die du dir stets selbst angetan hast … waren sicher schlimmer … als alles was ich dir hätte zufügen können … ich weiß wovon ich rede … du auch … wir haben beide dauernd versucht uns selbst zu zerstören … du letztendlich ja durchaus erfolgreich …

es muss also andere gründe haben … warum es beim “ DUO INFERNALE “ nie geknallt hat …

vielleicht stimmt ja wirklich … was wir damals im vollrausch … nach unmengen KUBANISCHEM RUM und SCOTCH WHISKY … in meiner kleinen “ villa“ im berg … während eines unsere „philosophischen“- wochenenden … einander gegenseitig feierlich gestanden haben …

* isch liiiebe disch … du wütender … aufgeblasener … PANZERSCHRANK ! *

* und isch lieb disch … mein trauriger … halbverhungerter schwarzer BRUDER*

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diesen artikel hab ich grad gefunden :

Im Zeichen des Steppenwolfs

Am 1. Juni 2009 starb Andreas Junge von seinem Leben vollbracht in der Riemenstraße 28.
Hier, in Wuppertal-Elberfeld.
Andreas Junge war Mensch. Und Künstler.
Zum fünften Todestag eine subjektive Stimmung zu einem intensiven Charakter mit einem außergewöhnlichen Werk.

Intelligent. Schwitzig kühl. In Abgründen versponnen. Ein Wolf im Schatten seiner Seele. Der Himmel verdunkelt sich, wenn man über ihn spricht. Junge.
Der Von der Heydt-Förderpreisträger ist seit fünf Jahren tot. Jeder Mensch stirbt anders und das ist wichtig. Auch wie es geschieht. Der Tod ist schwer zu begreifen. Es gibt viele Wege mit ihm umzugehen oder ihn zu umgehen. Junge hielt den Tod eng umschlungen. In seinem 50. Lebensjahr ließ Andreas ihn los und starb, weil es so sein sollte. Ein Künstlertod.
Die einen sprechen über Andreas Junge, als wäre er nur in einem weit entfernten Land. Die anderen können oder wollen gar nicht über ihn reden. Bestimmte Menschen sterben, während sie leben. Eventuell ist es ihm so geschehen.
Junge hat Schmerz hinterlassen.
Und ein fulminantes künstlerisches Werk.
Der Punk wurde Meisterschüler bei A.R. Penck an der Kunstakademie Düsseldorf. 1991. Ohne Abitur. Sonderbegabt. Im selben Jahr verlieh ihm unsere Stadt den Von der Heydt-Förderpreis. Ihm, „dem Alkoholiker, für den es immer einen Grund gibt, sich zu betrinken“. So liest er sich in seiner Selbstabrechnung: „Der Ochse“. Pöbelnd stand er im Übrigen bei der Preisverleihung am Mikrofon. Andreas Junge.

Apropos Ochse. Auf 60 Seiten, DIN A4, steht alles Existenzielle über „den Ochsen“ und sein Leben. Er musste das aufschreiben, fünf Jahre vorseinem Ende. Diese letzten Jahre fehlen natürlich in seinem Buch. Dieser letzte, dramatische Akt, gewollt wie ungewollt tragisch inszeniert. Der persönliche Verfall.

„Der Ochse“, dieses kleine, solitäre, literarische Werk. Es fehlt nur der letzte Feinschliff und es könnte ein Kultbuch sein, denn es spiegelt den Kern einer ganzen Epoche. Von den 70ern bis in die 00er und von analog zu digital. Zwischen diesen Zeiten tobt dieser psychologisch schräge Übergang von Schwarz-Weiß zu Farbe. So einfach wie in der Fotografie, so einfach wie auf den Fernsehbildschirmen hat sich die Welt verändert, in der Andreas Junge aufgewachsen ist. Auf zur bunten Erkenntnis. Und Junge schneidet sein Leben unprätentiös dazwischen. Er macht sich bewusst.

Der Künstler lässt Platz in seinen klaren Worten, man kann durchschauen, es ist vieles zu sehen. Bilder lassen sich erkennen. Er schreibt, wie er malt, assoziativ, symbolisch. Großartige Bilder intensiver Bedeutung, die es tatsächlich gibt. Er hat sie alle gemalt. All diese Bilder, die zwischen seinem Leben zu kritischen Spiegeln der gesellschaftlichen Zeitgeschichte werden. So viel musste raus. Die Bilder erwischen den Betrachter mit voller Wucht, wenn er sich auf Junge einlassen kann. Entweder oder. Ganz natürlich.

Andreas Junge wird bestimmt von den Szenarien des zweiten Weltkrieges, von diesem Echo der Geschichte, vom kalten Krieg und von der allgemeinen Distanz zwischen den Menschen. Die Beklemmungen der Alten, die schräge Freiheit hinter den Gittern und Grenzen gesellschaftlicher und religiöser Normen, mischen sich unter Laszivität und Punk und suchen eine Liebe, die ihm scheinbar abhanden kam.

1959 geboren. Wie war es wohl damals, der kleine Andreas zu sein. Was hat ihn speziell geprägt? Oder war er aus sich heraus so wie seine künstlerische Arbeit? Sein Werk erzählt massenweise vom Sterben, vom Schmerz, von Ungerechtigkeit und Ungleichgewichten. Voller alter, kryptischer, religiöser, allgegenwärtiger Symbole. Tief in sich war er sehr berührbar. Er war verdammt, sensibel zu sein. Dieses Zuviel in ihm musste raus. Er sprühte und schichtete es auf seine Bilder, schnitt es in Karton. Er gipfelte auch in Zehn-Meter-Gemälden. Was muss sich in ihm angestaut haben, was für ein Druck.
Das Werk von Andreas Junge schmeckt nach Machtlosigkeit einer Welt gegenüber, die er einfing, bannte und in ihrer Perversion vollkommen sichtbar werden lässt, weil er sie entlarvte, weil er das Ungeheuerliche auch in sich erkannt haben musste. Und das Unglück. Und weil er machtlos war.

Andreas Junge hat einen Ausdruck, eine Kraft, die sich in seinem Werk immer noch entfaltet, entwickelt, wie ein richtig guter Wein. Nein, eher wie die Ausmaße einer künstlerischen Radioaktivität mit einer schwankenden Halbwertszeit. Der Ochse schreibt: „Mein Verfallsdatum beziffere ich mit 2040. Es bleibt also noch genug Zeit zu hoffen, dass es mehr wird.“ Der Ochse hat recht. Sein Verfallsdatum ist auch fünf Jahre nach seinem Tod bei weitem nicht erreicht. Andreas Junge lebt weiter. Die Bilder sind da. Und mit ihnen seine Energie. Die Galerie Roy in Zülpich ist seit 2013 im Besitz seines Nachlasses. Sein Werk. Viele Werke, bei denen man schreiend zustimmen möchte: „Ja!! So ist das! Genau so ist das!“. Auch jetzt. Einige Bilder wirken so immens brandaktuell. Zeitlos.

Andreas Junge gehört zu den interessantesten Wuppertaler Künstlern der letzten Jahrzehnte. In bester Gesellschaft bleibt der pöbelnde Punk in der Ahnentafel des bedeutendsten Kulturpreises der Stadt archiviert und für die Zukunft erhalten. Mit etlichen dieser Preisträger war er sowieso bekannt, mit einigen befreundet. Der Bassist Peter Kowald gehörte unbedingt dazu. Kowald war vielen Freunden von Andreas Junge ein inspirierender Mentor und hinterließ mit seinem Tod im Jahre 2002 ein spürbares Vakuum. Etwas sehr Empfindsames zerbrach. Schließlich hing diese ganze Szene zusammen. Wie wichtig war eigentlich der individuelle Erfolg in Abgrenzung voneinander, zum Überleben oder zum Durchdrehen? Erfolg als Künstler ist eine eigene Macht. Eine böse Geliebte, die man verachtet, wenn sie die Liebe nicht erwidert.

Andreas Junge hat genau dieses Leben gehabt. Dieses Künstlerleben. Er hätte auch kein anderes gewollt. Hoffentlich hat er dieses Leben geliebt. Denn es war seines, es war richtig. Dieses Leben hat Spuren hinterlassen.

Alles tief getränkt in schwarzem Humor, ungekünstelt, apokalyptisch, aber auch mit märchenhaften Fragmenten und ganz zarten Momenten. Dieses Märchenhafte sticht bei all den Schatten und Szenarien ganz besonders hervor. Zuckersüße Feenwesen mit Schmetterlingsflügeln – die niedlichste Schnecke aller Zeiten. Ein Bild ganz ohne Bedrohung, ein Bild ohne diese immense Wucht. Die reine Schönheit entsteht und das Feine ist so lebendig, als wäre es ausschließlich da. Was auch in ihm lebte, aber selten nach außen kam.

Mit ihm sind viele Antworten verschwunden, er bleibt zu entdecken. Ein paar Informationen, Bilder und Videodokumente finden sich über Andreas Junge im Internet. Große Anerkennung fand Andreas Junge auch in seiner Zeit als Galerist. Von 2000 bis 2004 stellte er eine Vielzahl befreundeter und überregional bekannter Künstler aus. Verbindend, voller Kontakt, versunken in zerstörerischer Einsamkeit. Drei Tage vor seinem Tod nahm er ein Taxi und entließ sich aus einer Suchtklinik. Ein langjähriger Freund und Bildhauer, der zur selben Zeit wie er dort im Entzug saß, stritt sich mit ihm und wollte ihn von der Fahrt abhalten. Er fuhr. Nach Hause. Das war ihm bestimmt, dort zu sterben.
Der Zeichner und Fotograf Josef Scherrer war in den letzten Jahren sein engster Weggefährte. Wenige Wochen nach dem Tod von Andreas stürzte sich Josef in die Donau und nahm sich das Leben.
Im Skulpturenpark Waldfrieden ist ein Katalog zu Andreas Junge erhältlich. Die 89 Zeichnungen mit einigen Textpassagen aus dem Ochsen sind posthum erschienen.

Info: www.galerieroy.de

Text: Wolfgang Rosenbaum | Fotos + Abbildungen: Archiv Sylvie Hauptvogel

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*wer nicht malen kann … muss schreiben* … das  sagte mal meine kunstlehrerin … weil ich mich wieder mal geweigert hatte … sie mit einem „werk“ von meiner absoluten talentlosigkeit zu überzeugen …

damals schrieb ich allerdings nicht … die von ihr verlangte lobeshymne auf SALVATORE DALI … sondern einen ellenlangen liebesbrief … der ihr wenigstens erklärte … warum ich zwar nie ein einziges bild bei ihr gemalt habe … trotzdem aber sehr gern in der ersten reihe … genau vor ihrem pult gesessen habe …

malen kann ich bis heute nicht … also musste ich dir diese zeilen schreiben … SCHWARZER BRUDER …

weil ich nicht malen kann … absoFUCKINGlut nicht …

und weil ich dich vermisse 

rest in peace …