Unschuldig

„Sag mal Big DADDY COOL … hat eigentlich jemand von uns …

also innerhalb der Family … einen Teil Schuld …

dass DU seit ein paar Tagen wieder etwas *nachdenklich* bist …

wieder öfter allein mit dir und deiner geliebten FENDER sein willst …

und auch wieder mit der ein oder anderen Flasche Single Malt … ?“

“ AbsoFUCKINGlut nicht mein Kind … rede dir sowas bloß NIE ein … nennen WIR es einfach *KünstlerPECH* …“

DEFINIERE … *Künstlerpech* …“

“ Okay … kleiner QuälGEIST …

DU bist doch mindestens so viel *Künstler* wie ich …

also wirst DU mich sicher verstehen …

aaaber … gerade bei UNS Guitar – Heroes …

ist das nochmal eine andere Hausnummer …“

WAS zum TEUFEL … ist denn so verdammt schlimm daran …

ein GUITAR – HERO zu sein?“

“ Das schlimme ist … dass es so unFUCKINGfassbar viele Gitarristen gibt … aber so verFICKT wenige WIRKLICHE HELDEN …“

“ aber DU bist ein HELD.“

“ ein NICHTS bin ich … mein Kind.“

„laber nich PAPA … es gibt kaum jemanden … der einen Unterschied hört … wenn DU … in BESTform … mit deiner Lieblings-Fender … die ganz großen Sachen spielst … von David Gilmour SLASH … ANGUS … BUCKETHEAD … den ganzen INSIDERN … die DU  uns *vorgestellt* hast … EGAL von wem … DU hast sie alle drauf …

“ lass dich verdammt nochmal KÜSSEN,KIND …“

„What the FUCK … FUCKT dich dann so ab,Dad ?“

“ Natürlich freue ich mich … wenn ich aus meiner Fender … *vergleichbare Töne* rausquetsche … wie die *großen Jungs* … die größtenteils viel kleiner sind … als ICKE … nehmen wir mal BUCKET aus … der tatsächlich ein paar Zentimeter größer ist … als ich … aaaber egal wie gut mir irgendwas gelingt … ES ist halt NICHT MEINS … also NICHT von MIR gemacht … und das … was ich mache … taugt entweder NIX … oder es enthält … wenn ich´s selbst komponiere … wie bei vielen anderen auch … TEILE von den wirklich GUTEN … und das FRUSTriert manche dermaßen … dass sie sich mit DROGEN … ALKOHOL … falschen Freunden BETÄUBEN … oder sich … im EXTREMFALL … damit TÖTEN … oder *einfach* … die KNARRE in den Mund stecken …“

„wie gut … dass DU mehr bist … als ein *Künstler* … dann bleibt´s also bei den handelsüblichen DROGEN … und die Knarre bleibt im Schrank …

“ VERSPROCHEN …“

“ sag mal … BIG DADDY COOL … wenn wir UNschuldig sind … an deinen *Krisen* … wer ist dann dafür verantwortlich … dass DU immer weiter machst …?“

“ in erster Linie … die LIEBE … zum LEBEN … zur MUSIK … mein *Auftrag* … deine MUTTER … deine Geschwister … und DU …“

OKay … das *Kätzchen* mag auch noch einen gewissen Anteil haben …  😉

DANKE übrigens …

für den PROLL-Bericht für dieses absoFUCKINGlute GENTLEMAN-AUTO …

Das hat großen Spaß gemacht …

by the way …

die LENKUNG … haben WIR überarbeitet … 

WIR wollen ja weiter … LEBEN …  😉 

Liebe ist … – was man(n) so braucht …

Bildergebnis für sinnsprüche

solang ich nicht so rieche … „erwarte“ ich das auch …  

The Air That I Breath

If I could make a wish
I think Id pass
Cant think of anything I need
No cigarettes, no sleep, no light, no sound
Nothing to eat, no books to read

Making love with you
Has left me peaceful, warm, and tired
What more could I ask
Theres nothing left to be desired
Peace came upon me and it leaves me weak
So sleep, silent angel, go to sleep

Sometimes, all I need is the air that I breathe
And to love you
All I need is the air that I breathe
Yes to love you
All I need is the air that I breathe

Peace came upon me and it leaves me weak
So sleep, silent angel, go to sleep

Sometimes, all I need is the air that I breathe
And to love you
All I need is the air that I breathe
Yes to love you
All I need is the air that I breathe

Sometimes, all I need is the air that I breathe
And to love you
All I need is the air that I breathe
Yes to love you
All I need is the air that I breathe
And to love you
All I need is the air that I breathe
Yes to love you …

Ach Natasha

… oft frage ich mich … „WO wäre dieses Mädchen heute … wenn SIE das mit den DROGEN … einfach *übersprungen* hätte … ❓ „

*From drug addict to viral sensation … 21-year-old musician Tash Sultana taught herself over 10 instruments and is now taking the world by storm …*

Wenn ich die beiden folgenden Videos aufrufe …

 sehe ich ´nen nach innen strahlenden pubertierenden Jungen … mit seiner ersten E-Gitarre in der Hand … durch sein *Kinderzimmer* rocken …  

JUNGLE

Oh yeah the way she moves is so fluent
With you by my side
Got nothing to hide
Now that youre hurting
I see the tears behind those eyes
And I cant wipe them clear
Love is like gold to me

But you hold me closer to the light
With the final bullet inside
(Inaudible)
But you throw me in to the deep end
Expect me to know how to swim
And I put my face inside my hands
Cause I will be just fine

Welcome to the jungle
Are you gonna dance with me
Welcome to the jungle
You have to close your eyes and see
Welcome to the jungle
Are you gonna dance with me
Welcome to the light
Welcome to the light …

*Australian singer, guitarist, and loop-pedal virtuoso Tash Sultana has crazy skills. From busking on the streets to selling out her tour across America and signing with Mom + Pop records, Tash has had an eventful few years. While on tour, Tash Sultana performed an extended version of „Notion,“ jamming out on her guitar and her unique loop pedal setup …*

NOTION

I hear the birds
When they’re singing
I hear the sirens
When they’re ringing
But I can’t take my mind off of you
A thousand words, pouring out
The distance of over there
Is moving on and out
You said it’d be alright
A thousand words, pouring out
The distance of over there
Is moving on and out
You said it’d be alrightHow ‚bout these notions
Hmm, they’re deep as ocean
Calling out my name
Screaming out in vain
Singing hallelujah

Tell your mother, she don’t understand

Tell your mother, she’s not listening
Why don’t you tear my heart
It chains me to [?]
Have all the dice. [?]
That don’t matter, [?]
I will follow you
Into the dark

How ‚bout these notions
Hmm, they’re deep as ocean
Calling out my name
Screaming out in vain
Singing hallelujah

These notions
Hmm, they’re deep as ocean
Calling out my name
Screaming out in vain
Singing hallelujah

Singing hallelujah to you
Calling out my name
I’m in the deep end, ocean
Calling out my name
Singing hallelujah to you …

Let´s dance … (Bodyguard Style)

ZITAT: „Ich denke doch, dass Marsellus, mein Mann und ihr Boss, Ihnen gesagt hat, Sie sollen mich ausführen und alles tun, was ich will. Also: Ich will tanzen, ich will gewinnen, ich will diese Trophäe. Also, tanzen Sie gut.“

Original: „I do believe Marsellus Wallace, my husband, your boss, told you to take me out and do whatever I wanted. Now I wanna dance, I wanna win. I want that trophy, so dance good.“

Mia Wallace (Uma Thurman) in „Pulp Fiction“ (1994) 

für zwischendurch …

mal was ganz leichtes … muss nämlich schon wieder los … aber ihr sollt einen kleinen happymacher haben … der euch vielleicht dazu bringt … alles ein wenig „easy“ zu nehmen …

sollte der song nicht wirken … bleiben noch immer die handelsüblichen drogen … welche ihr bitte … je nach bedarf … verantwortungsvoll dosieren wollt … nie mehr als das doppelte von dem … was als „greedy“ zu bezeichnen wäre … also ihr lieben … ich muss … bis bald …

Hello darkness … my old friend …

am ende der nacht fragst du dich … und du antwortest dir… ja neee … schon klar … du antwortest dir … ja … ähm … was war noch die frage … ?

mach mal auf denker … als hättest du antworten …

am ende des tages … hast du dich gefragt … ja verdammte scheiße … was war eigentlich die frage … die du dich „angeblich“ gefragt hast … absoluter blödsinn … du wolltest die antwort sowieso nicht hören … war das wirklich eine antwort? … ach was … alles auslegungssache … … neee … ehrlich … das kann´s nicht sein … und überhaupt …

schon mittags hast du dich gefragt … sag mal … oder … ach neee … halt`s maul …

schon am morgen haben dich die stimmen geweckt …

zarte stimmen … neee is klar … du bist der böse … du bist groß und stark … die stimmen sind zart … also verfickt nochmal … hast du doch ein problem … ach was du ARSCH … du bist das verfickte problem … also halt die fresse … mach die flasche auf … schluck … du arsch … schluck … komm … du willst es doch schon lange … sei ehrlich … die stimmen werden leiser … du liebst sie doch … diese stimmen …

was haben diese wixxer sich eigentlich gedacht … als sie mir diesen weichgespülten song auf die seele geschrieben haben …?

WER NICHT MALEN KANN …

vor ziemlich genau 5 jahren … schrieb ich … ganz sicher im suff … aber in liebevoller erinnerung :

wie ich heut recherchiert habe, … hat Andreas … vor seinem tod … tatsächlich noch ein buch geschrieben. ( der Ochse)

er schreibt im vorwort:

*… viele geschichten fehlen, … die eigentlich viel lustiger , … oder viel trauriger sind .. als die geschriebenen, … aus denen sich meine lebensphilosophie herauskristallisiert hat. … Alle personen sind oder waren wirklich vorhanden.

achten sie nicht auf groß- oder kleinschreibung .. und meckern sie nicht über rechtschreibunng, .. sonst knallts, … viel spaß. *

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falls mein buch je veröffentlich werden sollte … hoffe ich auf dein einverständnis … ähnliche zeilen im vorwort verwenden zu dürfen, Black Brother.

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wenn es dazu kommt … also zu einem buch … von mir … hast du es mit zu verantworten … weil du mir dauernd ein gewisses talent einreden wolltest …

klar … talent habe ich … das talent zeitweise noch mehr gesoffen zu haben … als du … und trotzdem heute noch zu leben … aber so ist das eben … held und so … unsterblich bist du ja auch … aber eben anders …

anders waren wir immer … aber das ist auch gut so …

typisch. … so eine galerie (2000 bis 2004) wird wahrscheinlich nicht gestürmt, … wie ein supermarkt … also … muss man(n) sich beschäftigen.

seit der nachricht deines todes … hab ich mich oft gefragt, ob es sowas wie seelenverwandtschaft wirklich gibt.

irgendwas muss mich schließlich zum zeitpunkt deines todes … zweimal an den ort unserer ersten begegnung  … dein altes atelier die werkstatt … und in die „börse“ wo wir es oft haben krachen lassen … getrieben haben …

der film, den du unbedingt mit mir drehen wolltest, wird wohl nie realisiert werden. … dabei wäre doch die schlußszene sicher ein klassiker geworden …

naja, … kein zweites CASABLANCA, … kein oskar-reifes-cineasten-highlight …

aber unser beider lebensmotto … zum schluss … statt …

schau mir in die augen kleines *

ein düsteres … halb gelalltes …

there´s a time to fuck … and a time to cry …*

aber mir bleibt die erinnerung an einen großartigen menschen …

auch wenn viele glauben, du wärest ein noch größerer künstler gewesen …   

an den ein oder anderen song … den wir zusammen „performt“ haben … kann ich mich noch erinnern … obwohl die lücken … grad in der zeit unserer gemeinsamen exzesse … erschreckend groß sind …

mein „musikding“ sollte ich auch unbedingt durchziehen hast du damals gesagt … meine texte den sterblichen um die ohren hauen … bis sie kotzen … oder sie endlich begreifen … hast du gefordert …

„unfassbar gewaltige gitarren-soli marke BLUTSBRUDER“ … nanntest du mein geklimper … davon konntest du auch nie genug kriegen…

*quäl sie … quäl sie … bis das blut spritzt … bis sich nichts mehr rührt … bis nichts mehr schmerzt …* … hast du gefordert … * PROST ! * 

hättest du dich nicht so früh vom acker gemacht … würde ich heute gern mit dir dieses ding hier durch die verstärker ballern … das passt zu uns …

don´t ya think so,Bro?

deine seele war so schwarz wie meine … viele sind mit uns nicht klar gekommen … wir haben allen ans bein gepisst … die wir nicht mochten … und das war ganz sicher die überwältigende mehrheit …

allen haben wir vor den kopf gestoßen … wenn wir der ansicht waren … sie hätten es verdient … nur gegenseitig … gingen wir immer vorsichtig miteinander um … wissend wie sensibel wir doch sind …

anfangs dachte ich immer … du hättest nur angst … ich würde dir den hintern versohlen … wenn du frech wirst … dass du dich einfach nicht traust … mich einmal so anzupöbeln … wie all die anderen … die dir auf den sack gingen … aber davor hattest du sicher nie wirklich angst … die schmerzen … die du dir stets selbst angetan hast … waren sicher schlimmer … als alles was ich dir hätte zufügen können … ich weiß wovon ich rede … du auch … wir haben beide dauernd versucht uns selbst zu zerstören … du letztendlich ja durchaus erfolgreich …

es muss also andere gründe haben … warum es beim “ DUO INFERNALE “ nie geknallt hat …

vielleicht stimmt ja wirklich … was wir damals im vollrausch … nach unmengen KUBANISCHEM RUM und SCOTCH WHISKY … in meiner kleinen “ villa“ im berg … während eines unsere „philosophischen“- wochenenden … einander gegenseitig feierlich gestanden haben …

* isch liiiebe disch … du wütender … aufgeblasener … PANZERSCHRANK ! *

* und isch lieb disch … mein trauriger … halbverhungerter schwarzer BRUDER*

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diesen artikel hab ich grad gefunden :

Im Zeichen des Steppenwolfs

Am 1. Juni 2009 starb Andreas Junge von seinem Leben vollbracht in der Riemenstraße 28.
Hier, in Wuppertal-Elberfeld.
Andreas Junge war Mensch. Und Künstler.
Zum fünften Todestag eine subjektive Stimmung zu einem intensiven Charakter mit einem außergewöhnlichen Werk.

Intelligent. Schwitzig kühl. In Abgründen versponnen. Ein Wolf im Schatten seiner Seele. Der Himmel verdunkelt sich, wenn man über ihn spricht. Junge.
Der Von der Heydt-Förderpreisträger ist seit fünf Jahren tot. Jeder Mensch stirbt anders und das ist wichtig. Auch wie es geschieht. Der Tod ist schwer zu begreifen. Es gibt viele Wege mit ihm umzugehen oder ihn zu umgehen. Junge hielt den Tod eng umschlungen. In seinem 50. Lebensjahr ließ Andreas ihn los und starb, weil es so sein sollte. Ein Künstlertod.
Die einen sprechen über Andreas Junge, als wäre er nur in einem weit entfernten Land. Die anderen können oder wollen gar nicht über ihn reden. Bestimmte Menschen sterben, während sie leben. Eventuell ist es ihm so geschehen.
Junge hat Schmerz hinterlassen.
Und ein fulminantes künstlerisches Werk.
Der Punk wurde Meisterschüler bei A.R. Penck an der Kunstakademie Düsseldorf. 1991. Ohne Abitur. Sonderbegabt. Im selben Jahr verlieh ihm unsere Stadt den Von der Heydt-Förderpreis. Ihm, „dem Alkoholiker, für den es immer einen Grund gibt, sich zu betrinken“. So liest er sich in seiner Selbstabrechnung: „Der Ochse“. Pöbelnd stand er im Übrigen bei der Preisverleihung am Mikrofon. Andreas Junge.

Apropos Ochse. Auf 60 Seiten, DIN A4, steht alles Existenzielle über „den Ochsen“ und sein Leben. Er musste das aufschreiben, fünf Jahre vorseinem Ende. Diese letzten Jahre fehlen natürlich in seinem Buch. Dieser letzte, dramatische Akt, gewollt wie ungewollt tragisch inszeniert. Der persönliche Verfall.

„Der Ochse“, dieses kleine, solitäre, literarische Werk. Es fehlt nur der letzte Feinschliff und es könnte ein Kultbuch sein, denn es spiegelt den Kern einer ganzen Epoche. Von den 70ern bis in die 00er und von analog zu digital. Zwischen diesen Zeiten tobt dieser psychologisch schräge Übergang von Schwarz-Weiß zu Farbe. So einfach wie in der Fotografie, so einfach wie auf den Fernsehbildschirmen hat sich die Welt verändert, in der Andreas Junge aufgewachsen ist. Auf zur bunten Erkenntnis. Und Junge schneidet sein Leben unprätentiös dazwischen. Er macht sich bewusst.

Der Künstler lässt Platz in seinen klaren Worten, man kann durchschauen, es ist vieles zu sehen. Bilder lassen sich erkennen. Er schreibt, wie er malt, assoziativ, symbolisch. Großartige Bilder intensiver Bedeutung, die es tatsächlich gibt. Er hat sie alle gemalt. All diese Bilder, die zwischen seinem Leben zu kritischen Spiegeln der gesellschaftlichen Zeitgeschichte werden. So viel musste raus. Die Bilder erwischen den Betrachter mit voller Wucht, wenn er sich auf Junge einlassen kann. Entweder oder. Ganz natürlich.

Andreas Junge wird bestimmt von den Szenarien des zweiten Weltkrieges, von diesem Echo der Geschichte, vom kalten Krieg und von der allgemeinen Distanz zwischen den Menschen. Die Beklemmungen der Alten, die schräge Freiheit hinter den Gittern und Grenzen gesellschaftlicher und religiöser Normen, mischen sich unter Laszivität und Punk und suchen eine Liebe, die ihm scheinbar abhanden kam.

1959 geboren. Wie war es wohl damals, der kleine Andreas zu sein. Was hat ihn speziell geprägt? Oder war er aus sich heraus so wie seine künstlerische Arbeit? Sein Werk erzählt massenweise vom Sterben, vom Schmerz, von Ungerechtigkeit und Ungleichgewichten. Voller alter, kryptischer, religiöser, allgegenwärtiger Symbole. Tief in sich war er sehr berührbar. Er war verdammt, sensibel zu sein. Dieses Zuviel in ihm musste raus. Er sprühte und schichtete es auf seine Bilder, schnitt es in Karton. Er gipfelte auch in Zehn-Meter-Gemälden. Was muss sich in ihm angestaut haben, was für ein Druck.
Das Werk von Andreas Junge schmeckt nach Machtlosigkeit einer Welt gegenüber, die er einfing, bannte und in ihrer Perversion vollkommen sichtbar werden lässt, weil er sie entlarvte, weil er das Ungeheuerliche auch in sich erkannt haben musste. Und das Unglück. Und weil er machtlos war.

Andreas Junge hat einen Ausdruck, eine Kraft, die sich in seinem Werk immer noch entfaltet, entwickelt, wie ein richtig guter Wein. Nein, eher wie die Ausmaße einer künstlerischen Radioaktivität mit einer schwankenden Halbwertszeit. Der Ochse schreibt: „Mein Verfallsdatum beziffere ich mit 2040. Es bleibt also noch genug Zeit zu hoffen, dass es mehr wird.“ Der Ochse hat recht. Sein Verfallsdatum ist auch fünf Jahre nach seinem Tod bei weitem nicht erreicht. Andreas Junge lebt weiter. Die Bilder sind da. Und mit ihnen seine Energie. Die Galerie Roy in Zülpich ist seit 2013 im Besitz seines Nachlasses. Sein Werk. Viele Werke, bei denen man schreiend zustimmen möchte: „Ja!! So ist das! Genau so ist das!“. Auch jetzt. Einige Bilder wirken so immens brandaktuell. Zeitlos.

Andreas Junge gehört zu den interessantesten Wuppertaler Künstlern der letzten Jahrzehnte. In bester Gesellschaft bleibt der pöbelnde Punk in der Ahnentafel des bedeutendsten Kulturpreises der Stadt archiviert und für die Zukunft erhalten. Mit etlichen dieser Preisträger war er sowieso bekannt, mit einigen befreundet. Der Bassist Peter Kowald gehörte unbedingt dazu. Kowald war vielen Freunden von Andreas Junge ein inspirierender Mentor und hinterließ mit seinem Tod im Jahre 2002 ein spürbares Vakuum. Etwas sehr Empfindsames zerbrach. Schließlich hing diese ganze Szene zusammen. Wie wichtig war eigentlich der individuelle Erfolg in Abgrenzung voneinander, zum Überleben oder zum Durchdrehen? Erfolg als Künstler ist eine eigene Macht. Eine böse Geliebte, die man verachtet, wenn sie die Liebe nicht erwidert.

Andreas Junge hat genau dieses Leben gehabt. Dieses Künstlerleben. Er hätte auch kein anderes gewollt. Hoffentlich hat er dieses Leben geliebt. Denn es war seines, es war richtig. Dieses Leben hat Spuren hinterlassen.

Alles tief getränkt in schwarzem Humor, ungekünstelt, apokalyptisch, aber auch mit märchenhaften Fragmenten und ganz zarten Momenten. Dieses Märchenhafte sticht bei all den Schatten und Szenarien ganz besonders hervor. Zuckersüße Feenwesen mit Schmetterlingsflügeln – die niedlichste Schnecke aller Zeiten. Ein Bild ganz ohne Bedrohung, ein Bild ohne diese immense Wucht. Die reine Schönheit entsteht und das Feine ist so lebendig, als wäre es ausschließlich da. Was auch in ihm lebte, aber selten nach außen kam.

Mit ihm sind viele Antworten verschwunden, er bleibt zu entdecken. Ein paar Informationen, Bilder und Videodokumente finden sich über Andreas Junge im Internet. Große Anerkennung fand Andreas Junge auch in seiner Zeit als Galerist. Von 2000 bis 2004 stellte er eine Vielzahl befreundeter und überregional bekannter Künstler aus. Verbindend, voller Kontakt, versunken in zerstörerischer Einsamkeit. Drei Tage vor seinem Tod nahm er ein Taxi und entließ sich aus einer Suchtklinik. Ein langjähriger Freund und Bildhauer, der zur selben Zeit wie er dort im Entzug saß, stritt sich mit ihm und wollte ihn von der Fahrt abhalten. Er fuhr. Nach Hause. Das war ihm bestimmt, dort zu sterben.
Der Zeichner und Fotograf Josef Scherrer war in den letzten Jahren sein engster Weggefährte. Wenige Wochen nach dem Tod von Andreas stürzte sich Josef in die Donau und nahm sich das Leben.
Im Skulpturenpark Waldfrieden ist ein Katalog zu Andreas Junge erhältlich. Die 89 Zeichnungen mit einigen Textpassagen aus dem Ochsen sind posthum erschienen.

Info: www.galerieroy.de

Text: Wolfgang Rosenbaum | Fotos + Abbildungen: Archiv Sylvie Hauptvogel

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*wer nicht malen kann … muss schreiben* … das  sagte mal meine kunstlehrerin … weil ich mich wieder mal geweigert hatte … sie mit einem „werk“ von meiner absoluten talentlosigkeit zu überzeugen …

damals schrieb ich allerdings nicht … die von ihr verlangte lobeshymne auf SALVATORE DALI … sondern einen ellenlangen liebesbrief … der ihr wenigstens erklärte … warum ich zwar nie ein einziges bild bei ihr gemalt habe … trotzdem aber sehr gern in der ersten reihe … genau vor ihrem pult gesessen habe …

malen kann ich bis heute nicht … also musste ich dir diese zeilen schreiben … SCHWARZER BRUDER …

weil ich nicht malen kann … absoFUCKINGlut nicht …

und weil ich dich vermisse 

rest in peace …